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Fahrradmarkt

Winora, Haibike, Ghost: Accell Germany beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

Quelle: Marko2811/Adobe Stock

Die deutschen Gesellschaften der Accell Group haben Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind die Accell Germany GmbH mit Sitz in Sennfeld sowie die Tochtergesellschaften Winora Staiger GmbH mit Sitz in Sennfeld, Ghost-Bikes GmbH mit Sitz in Waldsassen und Engelbert Wiener Bike Parts GmbH mit Sitz in Sennfeld. Die Anträge wurden am 5. August 2026 beim Amtsgericht Schweinfurt gestellt. Die Unternehmen sollen ihren Geschäftsbetrieb während der vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren fortführen.

Zum deutschen Accell-Verbund gehören unter anderem die Fahrradmarken Winora, Haibike und Ghost sowie die Zubehör- und Ersatzteilmarke XLC. Ziel des Verfahrens ist nach Unternehmensangaben eine Sanierung und eine Investorenlösung für die deutschen Geschäftsaktivitäten.

Investorenlösung für das Deutschlandgeschäft

Die deutschen Gesellschaften sollen im Rahmen der Eigenverwaltung neu aufgestellt werden. Dabei soll das laufende Geschäft möglichst fortgeführt werden. Die unternehmerische Verantwortung bleibt bei der Geschäftsführung; begleitet wird die Restrukturierung von der Kanzlei Grub Brugger. Als vorläufiger Sachwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Stefan Debus von Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen bestellt.

Die Löhne und Gehälter der rund 370 Beschäftigten an den Standorten Sennfeld und Waldsassen sind nach Angaben des Unternehmens über das Insolvenzgeld bis Ende Oktober 2026 gesichert.

Hintergrund des Verfahrens ist die anhaltende Krise im Fahrradmarkt. Nach dem pandemiebedingten Boom gingen Absatz und Preise zurück. Finanzielle Restrukturierungsmaßnahmen in den Jahren 2024 und 2025 konnten nach Unternehmensangaben keine nachhaltige Sanierung erreichen. Ein Verkaufsprozess für die internationale Accell Group sei zudem zum Monatswechsel gescheitert.

Fahrradmarkt nach dem Pandemieboom unter Druck

Die Accell Group gehört mehrheitlich der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft KKR & Co. Seit der Übernahme im Jahr 2022 habe sich die Marktsituation infolge des Endes des pandemiebedingten Fahrradbooms deutlich verschlechtert. Inzwischen wurden laut Accell auch in weiteren Ländern Insolvenzverfahren eingeleitet, darunter in den Niederlanden, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Ungarn.

Für die deutschen Gesellschaften soll nun eine eigenständige Lösung gefunden werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Suche nach Investor, die das Deutschlandgeschäft übernehmen und fortführen.

Etablierte Marken als Teil der Sanierung

Welche Perspektiven sich für die einzelnen Marken ergeben, ist derzeit offen. Nach Angaben der Sanierungsberater verfügen Winora, Haibike und Ghost über eine etablierte Position im Fahrrad- und E-Bike-Markt. Die Marken sollen im Rahmen einer möglichen Investorenlösung Teil des fortzuführenden Deutschlandgeschäfts bleiben.

Die Accell Germany Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von mehr als 340 Millionen Euro. Neben Fahrrädern und E-Bikes umfasst das Geschäft Zubehör und Ersatzteile.

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vg 11.08.2026