Ventilationsspezialist
EBM-Papst bekommt neuen Eigentümer, US-Konzern Madison Air übernimmt
Der Ventilationsspezialist EBM-Papst wird künftig zum US-Konzern Madison Air gehören. Die drei Gesellschafterfamilien haben eine Vereinbarung über die Übertragung ihrer Anteile unterzeichnet. Die Transaktion bewertet das deutsche Familienunternehmen mit Sitz in Mulfingen in Baden-Württembergebm mit 5,1 Milliarden Euro.
Mulfingen bleibt Hauptsitz
Madison Air ist auf Luftqualitätslösungen für unter anderem Gesundheitswesen, industrielle Anwendungen, Reinräume, Rechenzentren und Wohngebäude spezialisiert. Mit der Übernahme erweitert der US-Konzern sein Portfolio um die Ventilations- und Motorentechnologie von EBM-Papst. Zugleich erhält Madison Zugang zu den europäischen Märkten, während EBM-Papst von der Präsenz des neuen Eigentümers in Nordamerika profitieren soll.
Am Standort Mulfingen sollen Forschung, Entwicklung und Produktion weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Die Gruppe beschäftigt weltweit mehr als 13.000 Mitarbeiter, davon rund 5.800 in Deutschland. Nach Angaben der Unternehmen soll die Transaktion keine Auswirkungen auf bestehende arbeitsrechtliche Verpflichtungen, tarifliche Regelungen oder Betriebsvereinbarungen haben.
Familienunternehmen wird Teil eines US-Konzerns
Die bisherigen Gesellschafterfamilien begründen den Verkauf mit den langfristigen Wachstumsperspektiven. Madison Air bringe neben finanzieller Stärke insbesondere Erfahrung im US-Markt sowie operative und technologische Kompetenzen mit. Für EBM-Papst eröffnet der Eigentümerwechsel damit vor allem neue Möglichkeiten zur internationalen Expansion.
CEO Dr. Klaus Geißdörfer sieht insbesondere Potenzial im US-Geschäft. Das Unternehmen sei strategisch auf Wachstum ausgerichtet, wobei das Kerngeschäft Air Technology sowie das Geschäft mit Rechenzentren dynamisch wüchsen. Der Zugang zum US-Markt solle künftig verbessert werden.
Rechenzentren und KI als Wachstumstreiber
Zu den zentralen Wachstumsthemen von EBM-Papst zählen Rechenzentren, KI-Infrastruktur, Elektrifizierung, Energieeffizienz sowie Heiz- und Kühllösungen. Der steigende Bedarf an leistungsfähiger Kühlung für digitale Infrastrukturen ist dabei ein wesentlicher Treiber des Geschäfts.
Auch die KI-basierte Plattform Nexaira gehört zu den jüngeren Entwicklungen des Unternehmens. Sie soll unter anderem eine bedarfsgerechte Steuerung und vorausschauende Wartung von Kühlsystemen in Rechenzentren ermöglichen.
Madison Air kündigte an, EBM-Papst langfristig weiterzuentwickeln und in Mitarbeiter, Technologie und Wachstum zu investieren. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und weiterer üblicher Bedingungen. Er wird gegen Ende 2026 erwartet.
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