Facebook-Mutter
Meta zahlt 18 Milliarden Dollar und schränkt personalisierte Nutzung für Jugendliche ein

Meta hat sich mit 52 US-amerikanischen Generalstaatsanwälten auf neue Regeln für die Nutzung von Instagram und Facebook durch Jugendliche verständigt. Die Vereinbarung sieht unter anderem Zeitlimits, nächtliche Nutzungssperren und Einschränkungen während der Schulzeit vor. Das teilte der Facebook-Mutterkonzern auf seiner Website mit.
Die Vereinbarung gilt vorbehaltlich der gerichtlichen Genehmigung in den beteiligten US-Bundesstaaten und -Territorien. Für unter 18-Jährige sollen auf Instagram und Facebook künftig standardmäßig neue Schutzmechanismen greifen. Dazu gehört ein tägliches Nutzungslimit von zwei Stunden, das Jugendliche nur mit Zustimmung ihrer Eltern deaktivieren können.
Zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens sollen Jugendliche die Plattformen standardmäßig nicht nutzen können. Während der Schulzeit von 8 bis 15 Uhr werden Push-Benachrichtigungen grundsätzlich stummgeschaltet. Zusätzlich sollen regelmäßige Hinweise nach jeweils 15 Minuten kontinuierlicher Nutzung sowie bei 60 und 90 Minuten täglicher Nutzung zur bewussteren Verwendung der Plattformen beitragen.
Mehr Kontrolle über Algorithmen
Auch die Art der Inhaltsausspielung wird Teil der neuen Schutzvorgaben. Jugendliche sollen einen nicht algorithmisch personalisierten Feed als Standard auswählen können. Zudem soll sich die Autoplay-Funktion deaktivieren lassen. Eltern können diese Einstellungen für ihre Kinder vorgeben. Likes und Reaktionen werden für Jugendliche standardmäßig nicht angezeigt.
Für die Markenkommunikation auf den Plattformen ist insbesondere die mögliche Abkehr vom personalisierten Feed relevant. Die bisherige Logik der algorithmischen Ausspielung von Inhalten wird damit zumindest teilweise um eine vom Nutzer beziehungsweise den Eltern kontrollierte Variante ergänzt.
Altersprüfung wird ausgebaut
Meta will zudem die Altersprüfung weiterentwickeln. Die Technologie zur Erkennung mutmaßlich minderjähriger Nutzer soll insbesondere bei unter 13-Jährigen sowie bei Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren ausgebaut werden. Letztere sollen auch dann in altersgerechte Nutzungserfahrungen eingeordnet werden können, wenn sie bei der Registrierung ein Erwachsenenalter angegeben haben.
Meta sieht zugleich die App-Stores in der Verantwortung und fordert eine Altersverifizierung sowie die Zustimmung der Eltern vor dem Download von Apps durch Jugendliche.
Meta fordert TikTok und YouTube zum Mitmachen auf
Meta will die Vereinbarung nicht auf die eigenen Plattformen beschränken. Das Unternehmen fordert TikTok und YouTube auf, vergleichbare Maßnahmen zu übernehmen. Begründet wird dies damit, dass Jugendliche zwischen zahlreichen Apps wechseln und Einschränkungen auf einer einzelnen Plattform dadurch nur begrenzt wirksam seien.
Sollten die beiden Plattformen der Vereinbarung beitreten, würden sich die Vorgaben für Meta zudem verschärfen: Das tägliche Limit würde auf eine Stunde je Plattform sinken, die nächtliche Sperrzeit würde auf 22 bis 7 Uhr ausgeweitet.
Milliardenvereinbarung und unabhängige Kontrolle
Teil der Vereinbarung ist eine Zahlung von rund 18 Milliarden US-Dollar, die über zehn Jahre in jährlichen Raten geleistet werden soll. Rund 70 Prozent davon sollen an die beteiligten US-Bundesstaaten fließen. Weitere Zahlungen sind an die Umsetzung bestimmter Maßnahmen durch YouTube und TikTok geknüpft. Meta rechnet zudem mit einem Aufwand von rund zehn Milliarden US-Dollar im dritten Quartal 2026.
Darüber hinaus soll eine unabhängige Forschungsstiftung eingerichtet werden, die mit von Nutzer freigegebenen Daten zur Erforschung des Wohlbefindens von Jugendlichen in sozialen Medien arbeiten soll. Ein unabhängiger Prüfer soll außerdem die Einhaltung der Vereinbarung durch Meta kontrollieren.
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