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Soziale Netzwerke

OWM sieht Plattformen beim Jugendschutz in der Verantwortung

Die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) fordert einen wirksamen Schutz von Kindern und Jugendlichen auf Social Media. In der Debatte über Altersgrenzen für soziale Netzwerke sieht sie dabei vor allem die Plattformbetreiber in der Pflicht. Altersverifikation, Schutzmechanismen und die Aussteuerung von Werbung müssten technisch zuverlässig funktionieren.

Plattformen sollen Altersvorgaben durchsetzen

Aus Sicht der OWM reicht es nicht aus, wenn Plattformen Altersbeschränkungen oder Schutzmechanismen lediglich festlegen. Diese müssten auch nachweislich umgesetzt und überprüfbar sein. Das gelte sowohl für den Zugang zu Plattformen als auch für die Ausspielung von Inhalten und Werbung.

"Entscheidend ist, dass die Plattformen die vorhandenen technischen Möglichkeiten konsequent nutzen und ihre Verantwortung wahrnehmen – bei der Altersverifikation ebenso wie bei Schutzmechanismen und der Aussteuerung von Inhalten und Werbung", sagt Susanne Kunz, Geschäftsführerin der OWM.

Eine wichtige Voraussetzung sieht die OWM in verlässlichen Verfahren zur Altersverifikation. Als mögliche technische Infrastruktur verweist die Organisation auf die europäische EUDI-Wallet und deren deutsche Umsetzung d-you, über die künftig unter anderem digitale Altersnachweise ermöglicht werden sollen. Aus Sicht der OWM sollte dabei auf sichere und datensparsame Verfahren gesetzt werden. Entscheidend sei weniger eine bestimmte Technologie als deren zuverlässige Anwendung.

Anforderungen an die Werbeaussteuerung

Die Frage des Jugendschutzes betrifft aus Sicht der OWM auch die Werbung auf sozialen Plattformen. Werbungtreibende legten für Kampagnen fest, welche Zielgruppen erreicht und welche ausgeschlossen werden sollen. Diese Vorgaben müssten von den Plattformen zuverlässig umgesetzt werden.

Wenn eine Kampagne beispielsweise ausschließlich für Personen ab 16 oder 18 Jahren vorgesehen sei, müsse die Plattform sicherstellen, dass entsprechende Werbung nicht an jüngere Nutzer ausgespielt werde. Dafür seien funktionierende Altersverifikation, eine verlässliche Werbeaussteuerung und Transparenz gegenüber den Werbungtreibenden erforderlich.

Verantwortung nicht auf Werbungtreibende verlagern

Die OWM argumentiert, dass Werbungtreibende weder das tatsächliche Alter einzelner Nutzer feststellen noch die technischen Auslieferungssysteme der Plattformen kontrollieren können. Die Verantwortung für Altersverifikation, Nutzerklassifizierung und die technische Aussteuerung liege deshalb bei den Plattformen.

Für Werbungtreibende gehe es dabei neben dem Jugendschutz auch um die Verlässlichkeit ihrer Werbeinvestitionen. Zielgruppenvorgaben und Anforderungen an Werbeumfelder müssten eingehalten und für die Kunden nachvollziehbar sein.

Die OWM spricht sich zudem für eine konsequente Anwendung bestehender europäischer Vorgaben wie des Digital Services Act (DSA) aus.

OWM plädiert für europäische Regelungen

Sollten über bestehende Vorgaben hinaus weitere gesetzliche Anforderungen notwendig werden, befürwortet die OWM einen möglichst einheitlichen europäischen Ansatz. Unterschiedliche nationale Altersgrenzen, technische Anforderungen und Nachweispflichten könnten insbesondere für international tätige Unternehmen zusätzlichen Aufwand verursachen.

Als Beispiel für eine grenzüberschreitend angelegte technische Infrastruktur nennt die OWM die EUDI-Wallet. Aus ihrer Sicht könnten interoperable Lösungen dazu beitragen, Altersnachweise innerhalb Europas einheitlich umzusetzen.

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vg 17.09.2026

 

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