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Wirtschaftsstandort

Bürokratie gilt als größtes Standortproblem

Quelle: Maheshkumar Painam/Unsplash

50 Prozent der Unternehmen nennen Bürokratie und Regulierung als derzeit größtes Problem des Standorts Deutschland. Auf Platz zwei folgen die Energiekosten mit 27 Prozent, dahinter die Arbeitskosten mit 22 Prozent. Das geht aus einer Sonderfrage der ifo Konjunkturumfrage vom Juli 2026 hervor.

"Der bürokratische Aufwand wirkt auf zwei Wegen: Er bindet Personal, das an anderer Stelle fehlt, und er verhindert Investitionen, die sich nicht mehr rechnen, sobald man den Genehmigungs- und Dokumentationsaufwand einpreist", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Befragungen in München.

Unterschiede nach Unternehmensgröße

Wie häufig Bürokratie als Problem genannt wird, unterscheidet sich nach Unternehmensgröße. Bei großen Unternehmen liegt der Anteil bei 59 Prozent, bei mittleren bei 58 Prozent und bei kleinen Unternehmen bei 50 Prozent. Unter den Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden sind es 41 Prozent. Bei Solo-Selbständigen nennen 33 Prozent Bürokratie und Regulierung als Standortproblem.

Nach Einschätzung des ifo Instituts sind Unternehmen mit Beschäftigten, eigenen Anlagen oder Exportgeschäft von mehreren Regelwerken gleichzeitig betroffen. Selbständige und Kleinstunternehmen fallen dagegen bei verschiedenen Pflichten noch nicht unter die entsprechenden Vorgaben.

Energiekosten belasten Industrie

Auch zwischen den Wirtschaftsbereichen zeigen sich Unterschiede. In der Industrie nennen 39 Prozent die Energiekosten als Standortproblem. Im Dienstleistungssektor sind es 17 Prozent. Im Baugewerbe werden überdurchschnittlich häufig der Fachkräftemangel mit 29 Prozent und langwierige Genehmigungsverfahren mit 13 Prozent genannt.

Im Handel steht dagegen die Nachfrageentwicklung stärker im Vordergrund: 25 Prozent der Befragten nennen die allgemeine Wirtschafts- und Auftragslage als Problem. Selbständige verweisen zudem häufiger auf Unsicherheit und fehlende Planbarkeit (21 Prozent) sowie Steuern und Abgaben (17 Prozent).

Weitere häufig genannte Standortprobleme sind der Fachkräftemangel (17 Prozent), politische Rahmenbedingungen (16 Prozent), Steuern und Abgaben (13 Prozent) sowie fehlende Planungssicherheit (13 Prozent).

Für die Sonderauswertung wurden 4.449 Antworten aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen ausgewertet. Die Unternehmen konnten auf die Frage nach den größten Problemen des Standorts Deutschland frei antworten. Die Antworten wurden anschließend festen Themenfeldern zugeordnet. Mehrfachnennungen waren möglich.

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vg 22.09.2026

 

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