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E-Commerce

Online-Handel: Betrug bleibt wachsende Herausforderung

Quelle: Rupixen/Unsplash

Betrug bleibt für Online-Händler ein relevantes Risiko. Laut einer gemeinsamen Umfrage des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh) und Crif wurden bereits 93 Prozent der befragten Shops mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert. Fast die Hälfte berichtet zudem von einem Anstieg der Betrugsaktivitäten im vergangenen Jahr.

Identitätsbetrug häufigste Betrugsform

Identitätsbezogene Betrugsfälle stellen der Erhebung zufolge die häufigste Betrugsform im E-Commerce dar. 75 Prozent der befragten Händler nennen Identitätsbetrug. Bei 67 Prozent wurden Fälle registriert, in denen Namens- und Adressdaten manipuliert wurden. 55 Prozent berichten von der Verwendung vollständig falscher Identitäten.

Daneben sehen sich die Händler mit weiteren Betrugsformen entlang der Customer Journey konfrontiert. 60 Prozent berichten von Fällen, in denen Kunden den Erhalt der bestellten Ware bestreiten. 57 Prozent waren von sogenanntem Eingehungsbetrug betroffen, bei dem bestellt wird, obwohl bereits feststeht, dass die Rechnung nicht beglichen werden soll oder kann.

Bei 56 Prozent der Shops trat Account Takeover auf. Dabei verschaffen sich Täter Zugriff auf das Kundenkonto einer anderen Person und nutzen dieses für Bestellungen. Auch Retourenbetrug gewinnt an Bedeutung: 47 Prozent nennen Return Fraud, bei dem beispielsweise leere Pakete zurückgesendet werden, 42 Prozent Switch Fraud, bei dem andere als die bestellten Artikel retourniert werden. 40 Prozent der Befragten berichten von Betrugsfällen mit gestohlenen Zahlungsdaten.

Betrugsaufkommen bei fast der Hälfte gestiegen

Auch bei der Entwicklung des Betrugsaufkommens zeigt sich eine zunehmende Belastung. 48 Prozent der befragten E-Commerce-Unternehmen geben an, dass die Betrugsaktivitäten in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen sind. Davon sprechen 35 Prozent von einem starken und 13 Prozent von einem sehr starken Anstieg.

Bei 37 Prozent blieb das Betrugsaufkommen auf hohem Niveau weitgehend stabil. Lediglich 15 Prozent verzeichneten einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Betrug verursacht hohe Schäden

Die finanziellen Folgen unterscheiden sich deutlich zwischen den Unternehmen. 25 Prozent der Befragten beziffern ihre jährlichen Betrugsverluste auf weniger als 5.000 Euro. Bei 45 Prozent liegen die Schäden zwischen 10.001 und 100.000 Euro. 15 Prozent der Unternehmen berichten von jährlichen Verlusten von mehr als 100.000 Euro.

Auch einzelne Betrugsfälle können hohe Schäden verursachen: 32 Prozent der Händler geben an, dass ihnen bei einer einzelnen Bestellung bereits ein Schaden von mehr als 2.500 Euro entstanden ist. Weitere 18 Prozent nennen Einzelschäden zwischen 1.001 und 2.500 Euro.

Prävention setzt auf manuelle und automatisierte Verfahren

Drei Viertel der befragten Unternehmen setzen bereits Maßnahmen zur Betrugserkennung ein, weitere neun Prozent planen entsprechende Investitionen. Dabei kombinieren 93 Prozent der Unternehmen, die Betrugsprävention einsetzen, manuelle und automatisierte Verfahren.

Als zentrale Herausforderungen nennen jeweils 69 Prozent die Bestimmung geeigneter Präventionsmaßnahmen, die sowohl das Risiko als auch die Kund berücksichtigen, sowie die Erkennung neuer Betrugsmuster. Für 53 Prozent ist zudem die Reduzierung des manuellen Prüfungsaufwands ein wichtiger Handlungsbereich.

Crif-Geschäftsführer Dr. Frank Schlein verweist in diesem Zusammenhang auf die zunehmende Bedeutung digitaler Identitäten sowie auf mögliche neue Risiken durch Künstliche Intelligenz, synthetische Identitäten und sogenannte Agentic-Commerce-Anwendungen. Für Händler stellt sich damit auch die Frage, wie sich Betrugsprävention und eine reibungslose Customer Journey miteinander verbinden lassen.

Grundlage der Ergebnisse ist die Umfrage Betrug im E-Commerce von Crif und Bevh. Befragt wurden 76 Händler aus Deutschland. Die Erhebung lief vom 1. Juni bis zum 14. August 2026. Ziel war es, aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen mit Online-Betrug sowie Maßnahmen zur Prävention zu erfassen.

 

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vg 23.09.2026

 

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