Intellectual Property
Schutz geistigen Eigentums sorgt für höhere Einnahmen und stärkt Wettbewerbsfähigkeit
Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) verzeichnet einen neuen Meilenstein: Seit seiner Gründung im Jahr 1994 sind fünf Millionen Anmeldungen für EU-Marken (EUTMs) und EU-Geschmacksmuster (EUDs) eingegangen. Mit Blick auf die Zukunft wird das Amt im Dezember 2025 mit der Registrierung eines neuen Rechts des geistigen Eigentums beginnen, nämlich geografischen Angaben für Handwerks- und Industrieprodukte.
Unternehmen mit IPR schneiden deutlich besser ab als ihre Mitbewerber
Der Schutz zahlt sich aus: Unternehmen mit eingetragenen Rechten des geistigen Eigentums erzielen laut der Studie Intellectual Property Rights and Firm Performance in the European Union des EUIPO und des Europäischen Patentamts (EPA) aus dem Jahr 2025 einen um 23,8 Prozent höheren Umsatz pro Mitarbeiter und zahlen im Durchschnitt um 22,1 Prozent höhere Löhne. Besonders auffällig sind die Vorteile für KMU, die im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen ohne eingetragene Rechte des geistigen Eigentums einen Umsatzanstieg von 44 Prozent pro Mitarbeiter erzielen. Große Unternehmen verzeichnen hingegen einen Anstieg von 16 Prozent.
Unternehmen, die EU-Marken besitzen, profitieren sogar noch mehr, da ihr Umsatz pro Mitarbeiter um 40,9 Prozent steigt. Auch Geschmacksmuster tragen erheblich zur Leistungssteigerung von Unternehmen bei und sorgen für einen Umsatzanstieg von 29,3 Prozent und einen Lohnanstieg von 24,8 Prozent. Unternehmen mit eingetragenen Gemeinschaftsgeschmacksmustern genießen die größten wirtschaftlichen Vorteile.
Ungenutztes Potenzial für KMU
Die Ergebnisse der Studie zeigen die Bedeutung von Rechten des geistigen Eigentums in Sektoren wie Information und Kommunikation (14,8 %), Fertigung (14,2 %) sowie wissenschaftliche und technische Tätigkeiten (10,7 %). Sie machen jedoch auch eine kritische Lücke deutlich: Weniger als 10 % der KMU besitzen eingetragene Rechte des geistigen Eigentums, verglichen mit fast 50 Prozent der großen Unternehmen.
Die Analyse basiert die auf Daten von 119.000 Unternehmen aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten über einen Zeitraum von zehn Jahren (2013–2022).
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