Werbetechnologie
EU-Kommission verhängt Milliardenstrafe gegen Google wegen Adtech-Praktiken
Die Europäische Kommission hat gegen Google eine Geldbuße von 2,95 Milliarden Euro verhängt. Der US-Konzern habe in der Werbetechnologie ('Adtech') systematisch seine eigenen Dienste bevorzugt und damit den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum über Jahre hinweg verzerrt.
Konkret wirft die Kommission Google vor, seine Werbebörse AdX durch den unternehmenseigenen Ad-Server DFP und die Buying-Tools Google Ads und DV 360 gegenüber konkurrierenden Plattformen bevorteilt zu haben. So sei AdX etwa vorab über Gebote der Konkurrenz informiert worden, wodurch Google eigene Angebote gezielt platzieren konnte. Auch seien Werbekäufe vor allem über AdX abgewickelt worden – ein Vorgehen, das laut Kommission zur Schwächung anderer Anbieter führte und Google zusätzliche Gebühren sicherte.
Teresa Ribera, Exekutivvizepräsidentin der Kommission, sprach von einem klaren Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Digitale Märkte müssten Wauf Vertrauen und Fairness beruhen“W Google sei nun verpflichtet, die Praxis der Selbstbevorzugung einzustellen und strukturelle Interessenkonflikte in der gesamten Adtech-Wertschöpfungskette zu beseitigen. Innerhalb von 60 Tagen soll der Konzern darlegen, mit welchen Maßnahmen er diesen Forderungen nachkommt.
Die Brüsseler Behörde hält es bereits für möglich, dass nur die Veräußerung einzelner Google-Dienste eine wirksame Lösung darstellen könnte – will jedoch zunächst die Vorschläge des Unternehmens abwarten. Für Google hat der Fall nicht nur in Europa, sondern auch mit Blick auf das bevorstehende US-Verfahren besondere Tragweite: Dort beginnt am 22. September ein Prozess, bei dem ebenfalls Abhilfemaßnahmen im Zentrum stehen.
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