
Die meisten Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen stammten 2025 aus Russland und China – Bild: Bitkom
Cybersicherheit
Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen nehmen weiter zu
Die Bedrohungslage für die deutsche Wirtschaft durch Cyberangriffe hat sich im vergangenen Jahr erneut verschärft. Laut einer Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom aus Berlin berichten 87 Prozent der Unternehmen von digitalen und analogen Angriffen wie Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage im Jahr 2025. Im Vorjahr waren es 81 Prozent. Der wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf rund 289 Milliarden Euro, was einem Plus von acht Prozent entspricht.
Angriffe aus Russland und China lagen mit jeweils 46 Prozent an der Spitze, gefolgt von Osteuropa außerhalb der EU, den USA und Deutschland. Rund ein Drittel der Unternehmen konnte die Herkunft nicht eindeutig bestimmen. Auch die Zahl der Angriffe durch ausländische Nachrichtendienste ist von 20 auf 28 Prozent gestiegen. Die meisten Täter stammen jedoch aus der organisierten Kriminalität (68 Prozent).
Cybersicherheit ist ein Muss
Positiv entwickelt sich die Zusammenarbeit mit Behörden: 35 Prozent der betroffenen Unternehmen erhielten Hinweise zur Täterermittlung, deutlich mehr als im Vorjahr. Laut Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst muss Cybersicherheit fester Bestandteil der Digitalisierung sein. Die Frage sei nicht, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann.
Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) mit Sitz in Köln sieht Deutschland verstärkt im Fokus hybrider Aktivitäten staatlicher und staatsnaher Akteure. Vizepräsident Sinan Selen betont die Notwendigkeit, Wirtschaftsschutz als zentrale Aufgabe zu begreifen und die Zusammenarbeit mit Unternehmen und internationalen Sicherheitsbehörden weiter auszubauen.
Die Mehrheit der deutschen Unternehmen sieht sich durch Cyberangriffe massiv bedroht. Laut Bitkom-Studie berichten 89 Prozent von Diebstahl, Sabotage oder Spionage, 72 Prozent sehen eine 'großen Bedrohung'. Neben digitalen Angriffen bleibt auch die analoge Wirtschaftsspionage relevant: 54 Prozent melden gestohlene IT-Geräte, 41 Prozent vermissen physische Dokumente und bei 32 Prozent wurden Besprechungen abgehört.
Digitale Angriffe dominieren
73 Prozent der Unternehmen waren von Sabotage betroffen, 66 Prozent beklagen gestohlene Geschäftsdaten. Besonders häufig betroffen sind Kommunikations-, Kunden- und Finanzdaten. Der Schaden durch Cyberattacken stieg erstmals über 200 Milliarden Euro. 70 Prozent des Gesamtschadens entfallen inzwischen auf digitale Angriffe.
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