Studien
Jugendliche zwischen Social-Media-Stress und Selbstkontrolle

Die Studie der Vodafone Stiftung zeigt: Jugendliche nutzen Social Media intensiv und wünschen sich gleichzeitig mehr Unterstützung von Schulen und Eltern – Foto: Johnny Cohen/Unsplash
Die repräsentative Studie im Auftrag der Düsseldorfer Vodafone Stiftung beleuchtet den Umgang junger Menschen in Deutschland mit sozialen Medien und zeigt ein Spannungsfeld zwischen intensiver Nutzung und dem Wunsch nach mehr Selbstregulation. Für die Untersuchung wurden über 1.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren befragt. Die Studie Zwischen Bildschirmzeit und Selbstregulation – soziale Medien im Alltag von Jugendlichen wurde von Infratest Dimap, Berlin, durchgeführt.
Soziale Medien sind fester Bestandteil des Alltags. 69 Prozent der Jugendlichen verbringen täglich mehr als zwei Stunden auf Plattformen wie TikTok und Instagram, über ein Viertel sogar mehr als fünf Stunden. Gleichzeitig geben 61 Prozent an, dass sie zu viel Zeit online verbringen und andere Aufgaben vernachlässigen. Fast drei Viertel fühlen sich durch ihre Bildschirmzeit überfordert.
Emotionale Belastung durch negative Erfahrungen
Rund ein Drittel der Befragten erlebt die Nutzung sozialer Medien als emotional belastend. Besonders junge Frauen berichten häufiger von negativen Erfahrungen wie Ausgrenzung und sozialem Druck. 52 Prozent der weiblichen Befragten haben bereits Abwertung über soziale Medien erlebt – bei den männlichen Jugendlichen sind es 31 Prozent.
Trotz dieser Belastungen zeigen viele Jugendliche Eigeninitiative: Fast die Hälfte reflektiert ihr Nutzungsverhalten regelmäßig und versucht, sich durch Maßnahmen wie das Deaktivieren von Benachrichtigungen oder das Umschalten auf 'Nicht stören' besser zu regulieren. 60 Prozent vermeiden Social Media gezielt während der Lernzeiten.
Unterstützung erwünscht
Dennoch wünschen sich die meisten mehr Unterstützung, insbesondere von Schulen. 80 Prozent der Jugendlichen fordern medienpädagogische Angebote, etwa Unterrichtseinheiten, Schulprojekte oder regelmäßige Social-Media-Sprechstunden. Auch ein Handyverbot im Unterricht findet bei 60 Prozent Zustimmung.
Die Studie macht deutlich: Jugendliche wollen lernen, mit digitalen Medien reflektiert und selbstbestimmt umzugehen. Bildungseinrichtungen und Eltern sind gefordert, klare Regeln zu schaffen und Medienkompetenz als zentrale Zukunftsfähigkeit zu vermitteln.
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