Cocktails, Social Media, Premium
Generation TikTok prägt die deutsche Trinkkultur neu
Das Ausgehverhalten in Deutschland verändert sich deutlich. Laut Daten von CGA by NIQ geht nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung regelmäßig aus: Nur 41 Prozent der Deutschen besuchen wöchentlich Bars, Restaurants oder Cafés – vor der Pandemie waren es noch 52 Prozent. Besonders bei den Millennials ist der Rückgang deutlich: Ihr Anteil regelmäßiger Ausgeher sank von 53 Prozent im Vorjahr auf 40 Prozent. Bei den Babyboomern verringerte sich der Wert von 43 auf 33 Prozent, in der Generation X von 64 auf 60 Prozent. Einzig die Generation Z zeigt sich stabil: 55 Prozent dieser Altersgruppe gehen wöchentlich aus (54 Prozent im Vorjahr).
Die wenigen Gruppen, die ihre Ausgehfrequenz trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten steigern wollen, stammen vor allem aus einem jungen, weiblich geprägten, urbanen Milieu. 59 Prozent dieser Gruppe sind Frauen, 74 Prozent leben in Städten. Besonders stark vertreten sind die Generation Z und Millennials.
Im Durchschnitt geben die Deutschen 86 Euro im Monat in der Gastronomie aus; 2023 waren es noch 94 Euro. Spirituosentrinker investieren mit 2,79 Prozent ihres Einkommens überdurchschnittlich viel (Gesamtbevölkerung: 2,50 Prozent). Dabei verschieben sich die Tageszeiten für den Außer-Haus-Konsum. Immer mehr Menschen greifen tagsüber zu Cocktails oder Aperitivo-Drinks, während klassische Kneipenabende an Bedeutung verlieren.
Diese Kategorien profitieren - und diese verlieren
Insgesamt bleibt Bier die meistverkaufte Kategorie mit 41 Prozent, gefolgt von alkoholfreien Getränken wie Softdrinks oder Kaffee mit 35 Prozent. Schorle (26 Prozent) und Wein (23 Prozent) liegen dahinter, Cocktails kommen auf 22 Prozent. Alkoholfreie Alternativen mit reduziertem Alkoholgehalt erreichen inzwischen zwölf Prozent.
Doch die Dynamik dreht sich: Bier verliert mit einem Minus von fast sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr weiter Marktanteile , Spirituosen gingen um rund acht Prozent zurück . Wodka (-21,6 Prozent) und nicht-schottischer Whisky (-21,3 Prozent) gehören zu den größten Verlierern.
Dagegen gewinnen Cocktails an Bedeutung – vor allem bei den besonders aktiven Zielgruppen. Unter den Menschen, die ihre Ausgehfrequenz in den kommenden sechs Monaten erhöhen wollen, sind Cocktails mit 39 Prozent die bevorzugte Getränkekategorie; bei Personen, die seltener ausgehen wollen, liegt ihr Anteil nur bei 15 Prozent.
Social Media und Premiumtrends gewinnen an Bedeutung
Die Analyse zeigt, dass urbane, junge Zielgruppen das Konsumverhalten zunehmend prägen. Social Media spielt dabei eine zentrale Rolle: 64 Prozent der Gen Z gaben an, Getränke aufgrund digitaler Empfehlungen bestellt zu haben, 41 Prozent orientieren sich bei der Wahl von Drinks an deren optischer Wirkung auf Plattformen wie TikTok oder Instagram. Über die Hälfte der jungen Konsument:innen prüft vorab Speise- und Getränkekarten online, bevor sie ein Lokal betritt – doppelt so viele wie in der Gesamtbevölkerung (31 Prozent ).
Premiumisierung ist weiterhin ein Trend, doch Konsument:innenen legen zunehmend Wert auf Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis. Nur sieben Prozent sehen den Preis allein als Entscheidungskriterium für Premiumprodukte, während Herkunft, Qualität und Erlebnis stärker ins Gewicht fallen. Die Bereitschaft, mehr für Premiumprodukte zu zahlen, ist seit 2022 von 59 auf 48 Prozent gesunken.
Die Daten von CGA by NIQ stammen aus einer Kombination von On-Premises-Messungen und Verbraucherbefragungen zwischen 2023 und 2025.
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