Studien
Deutscher Automarkt stabil, globaler Wandel beschleunigt sich

Quelle: Ralph Hutter/Unsplash
Das aktuelle Automotive Industry Briefing von Deloitte, für das im Oktober 2025 insgesamt 1.000 Verbraucher:innen in Deutschland befragt sowie Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes und des Marktforschungsunternehmens GlobalData ausgewertet wurden, zeigt eine weiterhin starke Bindung an deutsche Automarken. Jede:r zweite Käufer:in bevorzugt ein deutsches Fahrzeug, vor allem, um heimische Arbeitsplätze zu unterstützen (52 Prozent) und die eigenen Daten besser geschützt zu wissen (50 Prozent). 36 Prozent wären sogar bereit, einen Aufpreis zu zahlen. Auch die Zulassungszahlen spiegeln dieses Bild wider: Im November 2025 entschieden sich 61 Prozent der Käufer:innen für ein deutsches Fabrikat.
Global dominieren chinesische Hersteller
Weltweit gewinnen chinesische Hersteller deutlich Marktanteile, insbesondere im Elektrosegment. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres erreichten chinesische Marken bei Elektrofahrzeugen einen globalen Marktanteil von 59 Prozent – nach 28 Prozent im Jahr 2020. In wichtigen Wachstumsmärkten wie China (90 Prozent), Brasilien (84 Prozent) und Thailand (85 Prozent) liegen sie klar vorn. Gleichzeitig bleibt für deutsche Käufer:innen das Preis‑Leistungs‑Verhältnis entscheidend: 70 Prozent nennen es als wichtigsten Faktor, und 46 Prozent sehen deutsche Hersteller hier weiterhin im Vorteil.
E‑Auto‑Absatz steigt, chinesische Marken gewinnen Marktanteile
Weitere Ergebnisse zeigen, dass der Absatz von Elektroautos und Plug‑in‑Hybriden in Deutschland zuletzt deutlich gestiegen ist. In den ersten elf Monaten dieses Jahres machten sie 30 Prozent der Neuzulassungen aus, nach 20 Prozent im Vorjahr. Chinesische Hersteller bauen ihre Präsenz ebenfalls aus: Sechs Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge stammen inzwischen von chinesischen Marken, im Vorjahr waren es vier Prozent. Innerhalb ihres Markenportfolios, zu dem auch zugekaufte europäische Marken gehören, entfallen mittlerweile 60 Prozent der Verkäufe auf chinesische Eigenmarken (47.000 Fahrzeuge), 2024 waren es 40 Prozent (24.000).
Dr. Harald Proff, Partner und Leiter des Automobilsektors bei Deloitte: "Die chinesischen OEMs fassen nur langsam Fuß, da sie bislang noch nicht die passende Vertriebsstrategie hatten. Bei neuen Technologien haben sie jedoch die Nase vorn und können ihre Fahrzeuge günstiger anbieten. Deutsche Hersteller sind gut beraten, bei der Batterietechnologie und softwaredefinierten Fahrzeugen führend zu werden, um mithalten zu können. Bei softwaredefinierten Fahrzeugen, Künstlicher Intelligenz und Datenökosystemen haben sie einen Vertrauensvorschuss der Verbraucher, den sie unbedingt nutzen sollten."
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