Gewinnrückgang
Deutsche Industrie unter Druck: Umsatz steigt leicht, Profitabilität fällt
Die 100 umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Deutschlands stehen 2025 vor wirtschaftlichen Herausforderungen: Der Gesamtergebnis sank um 15 Prozent auf 102 Milliarden Euro, gut die Hälfte der Unternehmen (52 Prozent) verzeichnete einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Trotz der Gewinneinbußen zeigt sich beim Umsatz ein kleines Plus: In den ersten drei Quartalen stieg der Gesamtumsatz um 0,6 Prozent auf 1,55 Billionen Euro – unterhalb der aktuellen Inflationsrate. 58 Prozent der Unternehmen konnten ihren Umsatz steigern. Die Autokonzerne Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW führen erneut das Umsatzranking an, ihr Gesamtumsatz ging jedoch um zwei Prozent zurück, der Gewinn halbierte sich fast.
In der Rangliste der profitabelsten Unternehmen liegt die Deutsche Telekom mit einem operativen Gewinn von 19,4 Milliarden Euro vorne, gefolgt von Siemens, BMW und SAP. Während Auto- und Chemiekonzerne deutliche Rückgänge bei Gewinn und Profitabilität verzeichnen (Autoindustrie: –46 %, Chemie: –71 %), konnten IT- und Gesundheitsunternehmen zulegen.
Profitabilität auf niedrigstem Stand seit 2020
Die durchschnittliche Gewinnmarge der Top-100-Unternehmen sank von 7,8 auf 6,6 Prozent, die niedrigste Profitabilität seit der Corona-Krise 2020. 54 Prozent der Unternehmen verzeichneten eine fallende Marge. Spitzenreiter in Sachen Profitabilität sind Springer Nature (28,6 %), SAP (26,8 %) und Fraport (22,7 %).
Beschäftigung leicht rückläufig
Die Zahl der Beschäftigten ging um rund 0,4 Prozent bzw. etwa 17.500 Stellen zurück. Seit 2023 wurden damit insgesamt rund 100.000 Arbeitsplätze abgebaut. Besonders betroffen sind Verwaltungsbereiche im Inland, während fast die Hälfte der Unternehmen einen Beschäftigungsanstieg meldet. Die größten Arbeitgeber bleiben Volkswagen (633.000 Beschäftigte), DHL (537.000) und Siemens (318.000).
Regionale und branchenspezifische Unterschiede
Nordrhein-Westfalen führt weiterhin das Bundesländer-Ranking der Top-100-Unternehmen mit 28 vertretenen Firmen an, gefolgt von Bayern (22) und Baden-Württemberg (15). Ostdeutsche Unternehmen sind mit nur zwei Vertretern vertreten. Branchenbezogen treffen die Krisen vor allem exportorientierte Industrieunternehmen. Technologie- und Rüstungsunternehmen sowie Unternehmen, die Geschäftsmodelle erfolgreich transformiert haben, zeigen stabilere Ergebnisse.
"2025 war ein weiteres Krisenjahr für die deutsche Wirtschaft", kommentiert Jan Brorhilker, Managing Partner Assurance bei EY Deutschland.
Geopolitische Unsicherheiten, Handelskonflikte und der internationale Wettbewerbsdruck belasteten vor allem die Industrie. Dennoch sieht Brorhilker Chancen für eine Trendwende: Strategische Neuausrichtungen, insbesondere in der Autoindustrie und im Technologiesektor, könnten 2026 Wachstum bringen.
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