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Global Trade Report 2026

EU verlagert Handelsströme weg von USA und China

Quelle: Juliana Kozoski/Unsplash

Der globale Warenhandel wächst trotz geopolitischer Spannungen weiter – doch für die Europäische Union verschieben sich die Gewichte ihrer wichtigsten Handelspartner deutlich. Das ist das zentrale Ergebnis des BCG Global Trade Report 2026. Während der Welthandel bis 2034 jährlich um rund 2,5 Prozent zulegt, entwickeln sich die Handelsbeziehungen der EU zu den USA und China unterdurchschnittlich. Beide Partnerschaften wachsen laut Studie nur um jeweils rund 1,5 Prozent pro Jahr.

Stattdessen gewinnen regelbasierte, handelsoffene Volkswirtschaften sowie ausgewählte Märkte außerhalb der klassischen Handelsachsen an Bedeutung. Besonders dynamisch entwickeln sich die Handelsbeziehungen der EU mit den EFTA-Staaten, den CPTPP-Ländern, dem Vereinigten Königreich und Südkorea. Innerhalb dieser Gruppe entfällt rund 40 Prozent des Handelsvolumens auf den Handel innerhalb der EU selbst – ein Hinweis auf die wachsende Bedeutung integrierter Handelsräume.

EU-Außenhandel legt deutlich stärker zu als Binnenhandel

Deutlich auseinander entwickelt sich auch die Dynamik von Binnen- und Außenhandel: Während der EU-Binnenhandel bis 2034 nur um rund 1,4 Prozent jährlich wächst, legt der EU-Außenhandel mit durchschnittlich 2,3 Prozent pro Jahr deutlich stärker zu. Das externe Handelsvolumen steigt damit von rund 5,3 Billionen US-Dollar im Jahr 2024 auf etwa 6,7 Billionen US-Dollar im Jahr 2034.

Gleichzeitig macht der Report strukturelle Abhängigkeiten sichtbar. In Schlüsselindustrien wie Automobil & Mobilität, Maschinenbau und Biopharma entfallen in einzelnen Segmenten mehr als 30 bis 40 Prozent des EU-Handels auf die USA und China. Diese Konzentration erhöht die Verwundbarkeit europäischer Wertschöpfungsketten. Diversifizierung wird damit zu einer strategischen Notwendigkeit – für Unternehmen ebenso wie für die Handelspolitik.

Der Report kommt zu dem Schluss: Der Welthandel tritt nicht in eine Phase des Rückzugs ein, sondern in eine Phase der Neuordnung. Für Europa wird entscheidend sein, Handelsstrategien stärker an geopolitische Realitäten anzupassen und Wachstum künftig vor allem über Partnerschaften mit gleichgesinnten Volkswirtschaften zu sichern.

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vg 14.01.2026