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Studie

Gründer setzen wieder auf Deutschland

Quelle: Shridhar Gupta/Unsplash

Deutschlands Tech‑Ökosystem gewinnt an Attraktivität, während die USA für erfolgreiche Gründerinnen und Gründer deutscher Unicorns an Reiz verlieren. Das zeigt eine aktuelle Befragung der Startup‑Initiative Get Started des Berliner Digitalverbandes Bitkom unter 14 aktiven Unicorn‑Gründerinnen und ‑Gründern. Nur noch 7 Prozent würden heute erneut in den USA gründen, vor einem Jahr waren es noch 24 Prozent. Gleichzeitig steigt die Standorttreue: 57 Prozent der Befragten würden wieder in Deutschland gründen, nach 47 Prozent im Vorjahr. Rund ein Fünftel (21 Prozent) zieht ein anderes EU‑Land in Betracht, 7 Prozent würden außerhalb der EU gründen und ebenfalls 7 Prozent gar nicht mehr. Zugleich blickt die Mehrheit optimistisch nach vorn: Die Hälfte der Befragten erwartet, dass Deutschland in den kommenden zwölf Monaten für Tech‑Unternehmen noch attraktiver wird – ein deutlicher Anstieg gegenüber 29 Prozent im Vorjahr.

Was Gründer jetzt von der Politik erwarten

Die Gründerinnen und Gründer formulieren klare Erwartungen an die Politik. An erster Stelle steht mit 79 Prozent der Wunsch nach spürbarem Bürokratieabbau. Zwei Drittel (64 Prozent) sprechen sich für einen erleichterten Marktzugang aus, etwa durch eine stärkere Harmonisierung des EU‑Binnenmarkts. 43 Prozent sehen Verbesserungsbedarf beim Zugang zu Wachstumskapital, 36 Prozent wünschen sich schnellere und einfachere Verfahren zur Fachkräftezuwanderung. Zudem plädieren 29 Prozent für mehr Möglichkeiten, Innovationen in Reallaboren zu testen. Wintergerst verweist darauf, dass die Bundesregierung den Bürokratieabbau bereits zu einem zentralen politischen Ziel erklärt habe – wovon Startups und Scaleups unmittelbar profitieren würden.

Unicorn‑Ausblick: Gründer rechnen mit Börsengängen

Mit Blick auf die deutschen Unicorns zeigt sich ebenfalls Optimismus. 79 Prozent der Befragten rechnen 2026 mit mindestens einem Börsengang eines Milliarden‑Startups. Allerdings erwarten nur 29 Prozent, dass dieser an einer deutschen Börse stattfinden wird, während 50 Prozent mit einem IPO in den USA rechnen und 7 Prozent ein anderes EU‑Land im Blick haben. Auch das gesellschaftliche Klima für Gründerinnen und Gründer hat sich verbessert: 57 Prozent fühlen sich in Deutschland wertgeschätzt, ein deutlicher Anstieg gegenüber 41 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig geben 36 Prozent an, weiterhin wenig Anerkennung zu erfahren.



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fj 20.01.2026