Studien
Kaufkraft steigt 2026 deutlich, Regionen entwickeln sich unterschiedlich
Die Menschen in Deutschland können 2026 im Durchschnitt über deutlich mehr Geld verfügen. Laut der aktuellen NIQ‑Kaufkraftstudie steigt die Pro‑Kopf‑Kaufkraft um fünf Prozent auf 31.193 Euro – ein Plus von 1.466 Euro gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt prognostiziert NIQ Geomarketing, Bruchsal, eine Kaufkraftsumme von 2.607 Billionen Euro, die für Konsum, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung steht. Wie viel davon real beim Verbraucher ankommt, hängt jedoch von der Preisentwicklung im Jahr 2026 ab.
Bayern führt, Ostdeutschland holt weiter auf
Bayern bleibt das kaufkraftstärkste Bundesland: 33.666 Euro pro Kopf bedeuten rund acht Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dahinter folgen Hamburg und Baden‑Württemberg. Insgesamt erreichen nur vier Bundesländer überdurchschnittliche Werte. Die neuen Bundesländer verzeichnen erneut die größten Zuwächse – von +0,5 Indexpunkten in Sachsen bis +0,9 in Berlin.
Starnberg bleibt Spitze, Lichtenfels legt am stärksten zu
Der Landkreis Starnberg führt das Ranking der 400 deutschen Stadt‑ und Landkreise erneut an. Mit 42.751 Euro pro Kopf liegt er 37 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Der Landkreis Lichtenfels ist der größte Gewinner: Er verbessert sich um 2,6 Indexpunkte. Wolfsburg dagegen wächst zwar nominal, fällt aber im Index um 3,5 Punkte zurück. Den Bundesdurchschnitt repräsentiert Landau in der Pfalz, während Gelsenkirchen erneut das Schlusslicht bildet.
München und Düsseldorf vorn – Berlin verbessert sich deutlich
Die 25 größten Städte vereinen über 21 Prozent der gesamten deutschen Kaufkraft. München und Düsseldorf liegen klar über dem Durchschnitt. Berlin bleibt leicht darunter, verbessert sich aber um 22 Plätze. Dresden steigt um zehn Ränge.
Für Handel und Dienstleistungen besonders relevant ist die Kaufkraftdichte – also Kaufkraft pro Quadratkilometer. Hier liegen München und Berlin vorn, gefolgt von Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg und Hamburg. Diese Regionen bieten auf engem Raum besonders hohe Umsatzpotenziale.
Zur Methodik
Die NIQ‑Kaufkraft misst das verfügbare Nettoeinkommen inklusive staatlicher Transferleistungen. Lebenshaltungskosten sind nicht berücksichtigt, sodass nominale Zuwächse nicht automatisch reale Mehrkaufkraft bedeuten. Die Berechnungen basieren auf Steuerstatistiken, Prognosen von Wirtschaftsinstituten sowie erstmals auf den neuen Zensusdaten.
Markus Frank, Experte im Bereich Geomarketing von NIQ: "Nach moderaten Anstiegen in den vergangenen Jahren wächst die Kaufkraft der Deutschen 2026 mit 5 Prozent wieder deutlich spürbarer. Die reale Kaufkraftentwicklung wird jedoch durch eine moderate Inflation und Unsicherheiten in der Zollpolitik gebremst. Kreise wie Lichtenfels und Coburg profitieren dabei von einem starken Mittelstand und den höchsten Kaufkraftzuwächsen, während Städte mit Automobil- und Zuliefererstrukturen wie Wolfsburg, Baden-Baden und Ingolstadt bei der Pro-Kopf-Kaufkraft zwar wachsen, jedoch deutlich langsamer als die anderen Kreise. Entsprechend verzeichnen sie die größten Rückgänge in Bezug auf die Indexwerte."
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