Telefonwerbung
Bundesnetzagentur meldet erneut steigende Zahl unerlaubter Werbeanrufe

Quelle: Stauke/Fotolia
Die Zahl der Beschwerden über unerlaubte Telefonwerbung ist im Jahr 2025 erneut gestiegen. Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, gingen insgesamt 39.842 schriftliche Beschwerden ein. Das entspricht einem Zuwachs von rund sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 37.561).
Besonders deutlich nahm das Beschwerdeaufkommen im Bereich 'Gewinnspiele' zu. Mit einem Anteil von über 28 Prozent stellte dieses Segment den größten Teil aller Beschwerden dar, nachdem es im Vorjahr noch bei rund 20 Prozent gelegen hatte. Weitere häufig genannte Themen waren Dienstleistungen (rund zehn Prozent) sowie Bauprodukte (etwa acht Prozent).
Rückläufig entwickelten sich hingegen die Beschwerden zur Telefonwerbung für Photovoltaikanlagen. Dieser Bereich, der den Bauprodukten zugeordnet ist, verzeichnete im Vergleich zu 2024 einen Rückgang um etwa 50 Prozent. Die Bundesnetzagentur führt dies unter anderem auf verstärkte Bußgeldverfahren gegen unseriöse Anbieter zurück. Auch bei unerlaubten Werbeanrufen zu Strom- und Gaslieferverträgen sank der Beschwerdeanteil von knapp 14 auf 11,5 Prozent.
Mehr als 1,09 Millionen Euro Bußgelder
Im Jahr 2025 bearbeitete die Bundesnetzagentur insgesamt 13 größere Bußgeldverfahren wegen unerlaubter Telefonwerbung. Die verhängten Geldbußen beliefen sich auf mehr als 1,09 Millionen Euro, nach 1,37 Millionen Euro im Vorjahr. Erstmals sanktionierte die Behörde zudem Verstöße gegen die Pflicht zur Dokumentation und Aufbewahrung von Werbeeinwilligungen, die seit Oktober 2021 für werbetreibende Unternehmen gilt.
Die Zahlen zeigen die wachsende regulatorische Sensibilität im Bereich der telefonischen Kundenansprache. Fehlende oder unzureichend dokumentierte Einwilligungen bergen nicht nur rechtliche Risiken, sondern können auch das Vertrauen in Marken nachhaltig beschädigen.
DDV kritisiert mangelnde Transparenz der Bundesnetzagentur
An den Zahlen der Bundesnetzagentur gibt es aber auch Kritik. Der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV) mahnt allerdings an, dass die reine Anzahl der Beschwerdefälle ohne weitere Einordnung wenig Aussagekraft besitzt und fordert eine differenzierte Datentransparenz.
"Auch in diesem Jahr bleibt unklar, worauf die Beschwerdezahlen tatsächlich zurückzuführen sind und inwiefern es sich um technische Vorkommnisse, tatsächliche Verstöße oder Mehrfachmeldungen handelt", kritisiert DDV-Präsident Patrick Tapp.
Trotz wiederholter Hinweise seitens des Verbands veröffentliche die Bundesnetzagentur weiterhin keine Aufschlüsselung, die eine objektive Bewertung der Daten ermöglichen würde. Es fehle insbesondere die Information, ob Beschwerden mehrheitlich gegen inländische oder ausländische Anbieter gerichtet sind. Hinzu komme, dass die Behörde zwar hohe Bußgelder gegen einzelne Anbieter verhängt habe, darunter auch erstmalig wegen Verstößen gegen die Dokumentationspflicht von Werbeeinwilligungen, jedoch auch hier "keinerlei Transparenz über den konkreten Sachbezug und die betroffenen Marktstrukturen geschaffen werde".
Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten:
Printausgabe
Partner-News
Marketing- und Medien-News aus der new-business-Redaktion










