Werbeverbote
Amsterdam stoppt Außenwerbung für Fleisch und klimaschädliche Produkte

Quelle: Adrien Olichon/Unsplash
Amsterdam verschärft seine Klimaschutzpolitik und untersagt künftig Werbung für Fleisch sowie für Produkte und Dienstleistungen, die auf fossilen Energien basieren. Das hat der Gemeinderat der niederländischen Hauptstadt beschlossen. Wie Spiegel Online im Januar 2026 berichtete, dürfen ab diesem Sommer an städtischen Werbeflächen – darunter Straßen, Plätze und Haltestellen – keine Anzeigen mehr für Hamburger, Kreuzfahrten, Dieselautos oder Flugreisen erscheinen.
Die Stadt bezeichnet das Verbot als weltweit einmalig: Amsterdam sei die erste Hauptstadt, die Fleischwerbung im öffentlichen Raum untersagt. Initiiert wurde der Vorstoß von der grünen Partei GroenLinks, die das Maßnahmenpaket als wichtigen Schritt für Klima- und Gesundheitsschutz bewertet. Bereits 2020 hatte Amsterdam ein ähnliches Verbot für fossile Reklame diskutiert, jedoch ohne Umsetzung.
Symbolische Wirkung – begrenzte Reichweite
Das neue Regelwerk reiht sich in eine Entwicklung ein, die in mehreren niederländischen Städten begonnen hat. Haarlem führte 2024 als erste Kommune weltweit ein Fleischwerbeverbot ein und sorgte damit international für Aufmerksamkeit. Auch Nijmegen und Utrecht haben vergleichbare Beschlüsse gefasst. Ein Gericht in Den Haag wies zudem im vergangenen Jahr eine Klage von Reiseveranstaltern gegen ein Werbeverbot ab – ein Signal, das den politischen Kurs stärkte.
Die praktische Wirkung des Verbots bleibt begrenzt: Es betrifft ausschließlich städtisch kontrollierte Außenflächen. Werbung in Fernsehen, Internet oder Supermärkten bleibt weiterhin erlaubt. Symbolisch jedoch setzt Amsterdam ein deutliches Zeichen und verschärft den Druck auf Unternehmen, deren Produkte als klimaschädlich gelten.
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