DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026
Mehr digitale Souveränität und verlässliche Rahmenbedingungen gefordert

Quelle: Nico El Nino/Adobe Stock
Die digitale Souveränität deutscher Unternehmen gewinnt vor dem Hintergrund geopolitischer Verschiebungen weiter an Bedeutung. Das zeigt die DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026. Demnach ist die Mehrheit der Unternehmen nach eigener Einschätzung weitgehend oder vollständig abhängig von Technologien, Innovationen oder Dienstleistungen aus Nicht-EU-Ländern – von Hardware über Betriebssysteme bis hin zu Künstlicher Intelligenz (KI).
"Das ist ein Problem für unsere digitale Souveränität", sagt Dirk Binding, Bereichsleiter Digitale Wirtschaft, Infrastruktur und Regionalpolitik beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Gleichzeitig betont er: "Die Möglichkeiten sind da. Deutsche Unternehmen können Digitalisierung und verfügen über die notwendigen Kompetenzen. Sie brauchen jedoch auch den Freiraum, sich weiterentwickeln zu können."
Unternehmen fordern verlässliche Rahmenbedingungen
Zentrale Voraussetzung auf dem Weg zu mehr digitaler Unabhängigkeit sind aus Sicht der Unternehmen verbesserte Rahmenbedingungen. Dazu zählen verlässliche rechtliche Regelungen, offene Schnittstellen und Standards, der Ausbau digitaler Kompetenzen, die Förderung von Open-Source-Lösungen sowie ein spürbarer Abbau bürokratischer Hürden.
Insbesondere beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz sehen die Betriebe Handlungsbedarf.
"Für KI und Datennutzung brauchen wir einen praxisnahen und konsistenten Rechtsrahmen, damit Unternehmen diese Technologien effizient einsetzen können", so Binding.
Bereits heute bewerten 41 Prozent der Unternehmen, die KI-Lösungen nutzen, deren Einfluss auf die eigene Produktivität als hoch.
"KI entwickelt sich zunehmend zum Wettbewerbsfaktor", sagt Binding.
Diese Hemmschuhe verhindern KI-Einsatz
Gleichzeitig zeigt die Umfrage erhebliches Potenzial: Knapp ein Drittel der Unternehmen setzt bislang keine KI ein und plant dies auch nicht. Ein entscheidender Hemmschuh sind fehlende digitale Kompetenzen bei den Mitarbeitenden. Diese sind jedoch Voraussetzung für einen höheren digitalen Reifegrad – und damit für den erfolgreichen Einsatz von KI. Hinzu kommen strukturelle Faktoren wie der Ausbau leistungsfähiger Glasfaser- und Mobilfunknetze, ausreichende Rechenzentrumskapazitäten sowie wettbewerbsfähige Stromkosten.
Auch die Cybersicherheit bleibt ein zentrales Thema. Die Bedrohungslage wird von den Unternehmen weiterhin als hoch eingeschätzt. Während technische Basismaßnahmen vielfach umgesetzt sind, besteht insbesondere bei der Vorbereitung auf und Reaktion bei Sicherheitsvorfällen Nachholbedarf. Dazu zählen regelmäßige Übungen ebenso wie funktionierende Backup- und Wiederherstellungsprozesse.
Mehr Freiräume und digitale Resilienz
Insgesamt zeichnen die Ergebnisse ein ambivalentes Bild.
"Das Umfeld für Unternehmen ist herausfordernd. Märkte sind volatil, Innovationszyklen werden kürzer", sagt Binding. Zugleich werde die Digitalisierung in den Betrieben konsequent vorangetrieben.
Um diesen Kurs zu stärken, fordern die Unternehmen eine gezielte politische Unterstützung. Neben verlässlichen Rechtsrahmen für KI und Daten sowie Bürokratieabbau stehen eine stärker digitalisierte Verwaltung, ein beschleunigter Netzausbau und bessere Unterstützungsangebote im Bereich Cybersecurity im Fokus.
"Mehr Freiräume und digitale Resilienz sind ausschlaggebend für die Zukunft des Standorts Deutschland", so Binding.
An der DIHK-Digitalisierungsumfrage haben zum Jahresende 2025 rund 5.000 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Tourismus, Informations- und Kommunikationswirtschaft, Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie weiteren Dienstleistungsbranchen teilgenommen.
Kostenlos versorgt Sie der markenartikel-Newsletter mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!
Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten:
Printausgabe
Partner-News
Marketing- und Medien-News aus der new-business-Redaktion










