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Die EFI-Kommission übergibt das Gutachten an die Bundesregierung (v.l.): Guido Bünstorf, Joachim Henkel, Forschungsministerin Dorothee Bär, EFI-Vorsitzende Irene Bertschek, Bundeskanzler Friedrich Merz, stv. EFI-Vorsitzende Carolin Häussler, Christoph M. Schmidt und Friederike Welter - Quelle: Linda Köhler-Sandring

Forschung und Entwicklung

EFI-Jahresgutachten 2026: Mittelstand, KI und Hightech Agenda im Fokus

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat ihr Jahresgutachten 2026 an Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär übergeben. Im Mittelpunkt stehen diesmal die Innovationskraft des Mittelstands, die Entwicklung und Anwendung von Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) sowie die Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland (HTAD).

Prof. Dr. Irene Bertschek, Vorsitzende der EFI-Kommission und Leiterin des Forschungsbereichs Digitale Ökonomie am ZEW Mannheim, betont, dass Deutschland vor entscheidenden Herausforderungen im F&I-System stehe: "Wir müssen gezielt auf Schlüssel- und Zukunftstechnologien setzen, ein innovationsfreundliches Umfeld schaffen und überflüssige Bürokratie abbauen."

Das Gutachten zeigt, dass insbesondere der Mittelstand, der den Großteil der deutschen Unternehmen ausmacht, überdurchschnittlich innovativ ist: Mittelständler führten zwischen 2005 und 2023 häufiger Produkt- oder Prozessinnovationen ein und erzielten trotz geringerer F&E-Ausgaben höhere Umsatzanteile mit neuen Produkten als größere Unternehmen. Gleichzeitig stoßen sie häufig an administrative, personelle und bürokratische Grenzen, die ihre Innovationskraft bremsen. Die EFI empfiehlt daher gezielte Fördermaßnahmen, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung, um Innovationspotenziale besser auszuschöpfen.

Sicherheitsrelevante Forschung und Innovation und Hightech Agenda Deutschland im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf sicherheitsrelevanter Forschung und Innovation. Angesichts geopolitischer Spannungen empfiehlt die Kommission, wissenschaftliche Leuchttürme für sicherheitspolitisch relevante Themen aufzubauen, den Kreis der beteiligten Akteure zu erweitern und innovationsorientierte Beschaffungsprozesse bei der Bundeswehr zu nutzen. Dabei könnten Sprunginnovationen durch spezialisierte Agenturen oder Kooperationen auf europäischer Ebene gefördert werden.

Die Hightech Agenda Deutschland wird im Gutachten ausdrücklich unterstützt. Sie setzt den Fokus auf Schlüsseltechnologien wie KI, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie sowie Technologien für klimaneutrale Energie und Mobilität. Bertschek betont, dass die Agenda nur dann erfolgreich sei, wenn Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft aktiv eingebunden werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz betont Bedeutung von Forschung und Innovation

Bundeskanzler Merz betonte bei der Übergabe, dass Forschung und Innovation für die Bundesregierung höchste Priorität haben. Deutschland verfüge über eine hochinnovative Forschungslandschaft, und das Ziel sei, Technologieführerschaft zurückzugewinnen. Mit Blick auf KI hob der Kanzler hervor: "KI verändert als Querschnittstechnologie unser Leben, unsere Arbeit und Innovationen in der Wirtschaft. Wir müssen in Deutschland und Europa aktiv mitspielen."

Die Bundesregierung strebt an, 3,5 Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung zu investieren. Der Kanzler unterstrich, dass gleichzeitig Bürokratie abgebaut und Digitalisierung vorangetrieben werden müsse – Maßnahmen, die vor allem den Mittelstand entlasten und seine Innovationsfähigkeit stärken sollen.

Die EFI-Kommission berät seit 2008 die Bundesregierung unabhängig und legt jährlich einen wissenschaftlich fundierten Bericht zur Forschung, Innovation und technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Das Gutachten 2026 ist hier verfügbar.

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vg 12.02.2026