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Umfragen

Deutsche Unternehmen stark von Big Tech abhängig

Quelle: Kenny Eliason/Unsplash

Eine YouGov-Befragung aus Februar 2026 im Auftrag der Wirtschaftskanzlei Hausfeld zeigt, wie stark deutsche Unternehmen im Marketing von wenigen großen Tech‑Konzernen abhängig sind. Viele Firmen würden demnach bereits nach kurzer Zeit spürbare Probleme bekommen, wenn zentrale Plattformen wie Google, Meta oder Amazon nicht mehr zur Verfügung stünden.

Marketingbudgets konzentrieren sich stark auf Google, Meta und Amazon

Nach Angaben der befragten Marketing‑Entscheider stufen 66,1 Prozent die Dienste großer Plattformen als wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens ein. Für 22,7 Prozent sind sie sogar zentrale Umsatztreiber. Entsprechend konzentriert sich auch ein erheblicher Teil der Budgets auf diese Anbieter: Mehr als ein Drittel investiert mindestens ein Viertel des gesamten Marketingetats in Big‑Tech‑Kanäle, 14,5 Prozent sogar mehr als die Hälfte.

Wie kritisch diese Abhängigkeit sein kann, zeigt ein Szenario aus der Umfrage: Würden die wichtigsten Plattformen eine Woche lang ausfallen, rechnen knapp 50 Prozent der Unternehmen mit unmittelbaren Auswirkungen. 14,5 Prozent erwarten in diesem Fall deutliche Umsatzverluste innerhalb weniger Tage.

Wunsch nach strengerer Regulierung wächst – Vertrauen in EU bleibt gering

Die geopolitische Lage trägt zusätzlich zur Verunsicherung bei. Mehr als die Hälfte der Befragten zeigt sich angesichts wiederkehrender Handelskonflikte zwischen der EU und den USA beunruhigt, da zentrale Marketingkanäle europäischer Unternehmen von US‑Konzernen kontrolliert werden. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die Durchsetzungsfähigkeit der EU begrenzt: Nur 15,7 Prozent glauben, dass Europa bei politischem Druck aus den USA an strengen Regulierungen festhalten würde. Dennoch sprechen sich 78,6 Prozent für zusätzliche Schutzmechanismen gegen möglichen Machtmissbrauch großer Plattformen aus.

Dr. Alex Petrasincu, Rechtsanwalt und Partner bei Hausfeld: "Neue Auslegungen bestehender Richtlinien oder kurzfristige Regeländerungen können dazu führen, dass Unternehmen plötzlich den Zugang zu ihrem wichtigsten Marketingkanal verlieren, obwohl sie die jeweilige Plattform seit Jahren problemlos und intensiv genutzt haben. Für die betroffenen Unternehmen kann dies bereits innerhalb weniger Tage zu erheblichen Umsatzeinbrüchen führen und im Extremfall sogar existenzbedrohend sein. […] Unternehmen empfehlen wir, sich frühzeitig auf den Ernstfall vorzubereiten, sämtliche Kommunikation mit den Plattformen konsequent schriftlich zu dokumentieren und relevante Fristen zu kennen."

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fj 20.02.2026