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DPMA-Jahresstatistik 2025

DPMA: Zahl der Marken- und Patentanmeldungen steigt

Quelle: Stauke/Fotolia

Die Nachfrage nach gewerblichen Schutzrechten in Deutschland ist 2025 deutlich gestiegen. Nach Zahlen des Deutsches Patent- und Markenamt (DMPA) wurden im vergangenen Jahr erheblich mehr Patente, Marken und Gebrauchsmuster angemeldet als 2024. Besonders dynamisch entwickelte sich der Markenbereich – ein Hinweis auf die zunehmende strategische Bedeutung von Markenführung in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld.

"Der Schutz geistigen Eigentums hat hohe strategische Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und den Wohlstand unserer Gesellschaft", betonte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. Innovationen könnten ihr wirtschaftliches Potenzial nur entfalten, wenn sie effektiv geschützt werden.

Patentanmeldungen legen weiter zu

Insgesamt gingen 2025 beim DPMA 62.050 Patentanmeldungen ein, ein Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon stammten 42.349 Anmeldungen aus dem Inland (+5,6 %) und 19.701 aus dem Ausland (+2,8 %).

Die meisten Anmeldungen entfielen erneut auf den Sektor Maschinenbau mit 24.338 Patenten (+2,2 %). Dahinter folgten Elektrotechnik mit 19.436 Anmeldungen (+9,1 %), Instrumente (9.376; +1,9 %), Chemie (4.613; +5,2 %) sowie Sonstige Gebiete (3.895; –0,3 %).

Besonders stark wuchs die Innovationstätigkeit in digitalen Technologiefeldern. Patentanmeldungen im Bereich Computertechnik stiegen um 10,9 Prozent auf 3.679, während die digitale Kommunikationstechnik sogar um 19,2 Prozent auf 1.222 Anmeldungen zulegte. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz, Bild- und Sprachverarbeitung sowie neue Mobilfunkstandards.

Ein außergewöhnlich starkes Wachstum zeigte zudem das Technologiefeld 'Datenverarbeitungsverfahren für betriebswirtschaftliche Zwecke', das um 59,7 Prozent auf 867 Anmeldungen zunahm. Hierzu zählen beispielsweise digitale Lösungen zur Steuerung von Produktionsprozessen, Logistik oder Energieversorgung.

Automobilindustrie bleibt dominanter Innovationstreiber

Die deutsche Automobilbranche prägt weiterhin die Patentlandschaft. Unter den zehn anmeldestärksten Unternehmen beim DPMA finden sich ausschließlich Automobilhersteller und -zulieferer. An der Spitze steht erneut die Robert Bosch GmbH mit 4.109 Patentanmeldungen, gefolgt von der Mercedes-Benz Group AG (2.726) und der Bayerische Motoren Werke AG (2.553).

Das anmeldestärkste Technologiefeld bleibt entsprechend der Bereich Transport mit 11.604 Patenten (+3,9 %). Wichtige Innovationsfelder sind hier vor allem Elektroantriebe, Batterietechnologie sowie digitale Infotainment- und Assistenzsysteme im Fahrzeug. Parallel dazu steigt auch die Zahl der Erfindungen rund um sichere Stromversorgungen für autonome Fahrfunktionen.

Starker Zuwachs bei Markenanmeldungen

Noch dynamischer als der Patentbereich entwickelte sich 2025 der Markenbereich. Insgesamt registrierte das DPMA 96.328 Markenanmeldungen, was einem Anstieg von 19,8 Prozent entspricht.

Ein zentraler Wachstumstreiber war die stark gestiegene Nachfrage aus China: 10.027 Markenanmeldungen kamen 2025 aus der Volksrepublik – nahezu dreimal so viele wie im Vorjahr (+196,2 %). Auch die Anmeldungen aus den USA verdoppelten sich auf 1.103 (+100,9 %). Gleichzeitig legten die Markenanmeldungen aus Deutschland selbst um zwölf Prozent zu.

Als wichtiger Faktor gilt dabei auch der Online-Handel. Große Plattformen verlangen zunehmend eingetragene Markenrechte, damit Anbieter ihre Produkte dort vertreiben können. Für viele Unternehmen – insbesondere internationale Anbieter – wird die Markenanmeldung daher zur Markteintrittsvoraussetzung.

Besonders häufig beansprucht wurde 2025 die Warenklasse 9 ('Elektronische Apparate und Instrumente; Computerhardware; Software; optische Geräte'). Hier registrierte das DPMA 20.823 Anmeldungen, ein Zuwachs von 38,9 Prozent. Auffällig ist zudem, dass Begriffe wie KI oder AI immer häufiger Bestandteil angemeldeter Wort- und Wort-Bild-Marken sind.

Regionale Schwerpunkte der Innovation

Regional zeigt sich weiterhin eine starke Konzentration der Innovationstätigkeit in Süddeutschland. Bei den Patentanmeldungen liegt Baden-Württemberg mit 15.161 Anmeldungen erneut auf Platz eins, gefolgt von Bayern (12.575) und Nordrhein-Westfalen (5.701). Im Markenbereich zeigt sich ein anderes Bild: Hier führt Nordrhein-Westfalen mit 24.499 Anmeldungen vor Bayern (12.316) und Baden-Württemberg (9.249). Bezogen auf die Bevölkerung liegt jedoch Hamburg mit 185 Markenanmeldungen pro 100.000 Einwohner bundesweit an der Spitze.

3D-Druck spielt wichtige Rolle für Designschutz

Im Designbereich ist die Anmeldeentwicklung differenziert zu betrachten: Eine Designanmeldung kann bis zu 100 Einzeldesigns umfassen. Da Anmeldungen im Schnitt weniger Einzeldesigns enthielten, steht dem Anstieg der Anmeldungen ein leichter Rückgang der darin angemeldeten Designs entgegen. Die Zahl der angemeldeten Designs sank von 2024 auf 2025 leicht um 1,5 Prozent auf 29.687. Stärkster Bereich ist Klasse 6 (Möbel; plus 8,2 Prozent). Was Trends anbelangt, zeigen sich in einigen Klassen erhöhte Anmeldezahlen zu Vorprodukten von 3D-gedruckten Erzeugnissen.

Starkes Wachstum bei Gebrauchsmustern

Technische Erfindungen können auch mit Gebrauchsmustern geschützt werden. Im Vergleich zu Patenten werden Gebrauchsmuster häufig von Privatpersonen angemeldet. Diese Anmeldegruppe hat besonders zu dem großen Zuwachs im vergangenen Jahr beigetragen. Gebrauchsmusteranmeldungen natürlicher Personen nahmen um 46,6 Prozent zu. Insgesamt stieg der Anteil der Anmeldungen natürlicher Personen um rund fünf Prozentpunkte auf 39,5 Prozent. Zudem stiegen die Anmeldungen von Unternehmen aus China stark an (+ 35,9 %).

Leistungsbilanz des Amts für 2025

Das Deutsche Patent- und Markenamt schloss 45.839 Prüfungsverfahren ab (+ 1,3 %). 24.475 Patente wurden erteilt (+ 2,2 %). In 21.364 Fällen wurde kein Patent erteilt – weil die Prüfer:innen die Anmeldung zurückwiesen, die Anmelder sie zurücknahmen oder fällige Gebühren nicht gezahlt wurden. Die Erteilungsquote lag damit bei 53,4 Prozent.

Im Markenbereich schloss das DPMA 82.542 Eintragungsverfahren ab (+ 10,2 %), 55.863 davon mit Eintragung einer Marke ins Register. Hinzu kommen 27.161 Designs in abgeschlossenen Eintragungsverfahren (- 11,5 %) und 10.838 Abschlüsse bei Gebrauchsmustereintragungsverfahren (+ 9,2 %).  In 9.750 Fällen trugen wir dabei Gebrauchsmuster ins Register ein.

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vg 10.03.2026