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E-Commerce

Greenpeace: Shein verkauft weiterhin Kleidung mit gefährlichen Chemikalien

Eine neue Untersuchung zeigt: Über 80 Prozent der getesteten Shein-Produkte überschreiten erneut die EU-Grenzwerte für Schadstoffe – Quelle: Jana Kuehle/Greenpeace

Der Online-Modehändler Shein verkauft weiterhin Kleidung, die mit gefährlichen Chemikalien belastet ist. Das geht aus einer Analyse des Bremer Umweltinstituts im Auftrag von Greenpeace hervor. Von 31 im Januar 2026 geprüften Artikeln überschritten 25 die Grenzwerte der europäischen Chemikalienverordnung REACH – teilweise um ein Vielfaches. Bereits im November 2025 hatte Greenpeace ähnliche Ergebnisse veröffentlicht. Shein hatte damals angekündigt, die betroffenen Produkte aus dem Sortiment zu nehmen.

Laut Greenpeace tauchten jedoch identische oder nahezu identische Artikel erneut auf der Plattform auf, darunter eine Outdoor-Jacke und mehrere Varianten einer Sandale. In einzelnen Fällen lagen die gemessenen Werte bis zum 3115‑Fachen über den zulässigen EU‑Grenzen. Der Verkauf solcher Produkte ist in der EU verboten. Als große Online-Plattform ist Shein nach dem Digital Services Act verpflichtet, den Vertrieb illegaler Waren zu verhindern.

Gesundheitsrisiken sowie Umweltbelastungen

Die Untersuchung weist zudem auf Gesundheitsrisiken hin: In den Produkten – darunter auch Kinderkleidung – fanden sich Chemikalien, die mit Krebs, Fortpflanzungsstörungen, Entwicklungsproblemen und einer Schwächung des Immunsystems in Verbindung gebracht werden. Die Stoffe gelangen über Hautkontakt, Schweiß oder Fasern an Verbraucher:innen und belasten beim Waschen oder Entsorgen zusätzlich Umwelt und Gewässer.

Ein strukturelles Problem sieht Greenpeace im Direct‑to‑Consumer‑Modell des Unternehmens. Da Shein direkt aus China an Kund:innen liefert, gelten diese rechtlich als Importierende und tragen formal die Verantwortung für die Einhaltung der EU‑Chemikalienvorgaben. Greenpeace fordert daher eine Schließung entsprechender Regelungslücken sowie ein strengeres Anti‑Fast‑Fashion‑Gesetz nach französischem Vorbild.

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fj 16.03.2026