Die Mediennutzung in Deutschland steht 2026 im Spannungsfeld zwischen wachsender KI-Euphorie und zunehmender Verunsicherung durch schwer erkennbare Inhalte. Das zeigen Ergebnisse der Media Consumer Trends 2026 von Deloitte. Besonders deutlich wird dabei: Die Nutzung und Bewertung von Medien entwickelt sich je nach Altersgruppe immer weiter auseinander.
Soziale Netzwerke bleiben mit einer Reichweite von 78 Prozent die dominierende Medienform. Vor allem bei den unter 25-Jährigen ist die Nutzung mit 91 Prozent nahezu flächendeckend, und 43 Prozent dieser Altersgruppe geben an, Social Media intensiver zu nutzen als im Vorjahr. Gleichzeitig zeigen sich erste Ermüdungserscheinungen: In der Generation ab Mitte 50 reduziert ein wachsender Anteil seinen Konsum. Inhaltlich nimmt die Skepsis zu – 56 Prozent der Befragten berichten von einer steigenden Zahl an KI-generierten Beiträgen ohne erkennbaren Mehrwert.

Quelle: Deloitte
Zzwei Drittel haben Schwierigkeiten, KI-generierte Inhalte im Netz zu erkennen.
Künstliche Intelligenz (KI) prägt nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch die aktive Medienproduktion. Bereits mehr als ein Fünftel der Nutzer hat KI zur Erstellung von Bildern eingesetzt, und auch Video- und Musikgenerierung gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig fällt es zwei Dritteln der Befragten schwer, KI-generierte Inhalte zuverlässig zu identifizieren. Diese Unsicherheit unterstreicht die wachsende Relevanz von Transparenz und Kennzeichnung für die Vertrauensbildung in digitalen Kanälen.
Konsum von Video-Streaming-Diensten nimmt weiter zu
Im Bewegtbildmarkt setzt sich der Wachstumstrend fort, allerdings ohne entsprechende Dynamik bei den Abonnements. Zwar nutzen ein Drittel der Konsumenten Video-Streaming-Dienste häufiger als im Vorjahr, doch die Zahl der Abos stagniert bei durchschnittlich 2,5 pro Haushalt. Die zunehmende Fragmentierung des Angebots führt zu Orientierungsproblemen: Jeder zweite Nutzer empfindet die Vielzahl an Plattformen als unübersichtlich. Entsprechend groß ist das Interesse an gebündelten Angeboten – 43 Prozent können sich eine zentrale Plattform vorstellen, erwarten dafür jedoch klare Preisvorteile.
Radio vor Podcast als Informationsquelle
Auch im Audiobereich zeigt sich ein differenziertes Bild. Radio bleibt mit 65 Prozent wöchentlicher Nutzung das reichweitenstärkste Medium, verliert jedoch insbesondere bei jüngeren Zielgruppen an Relevanz. Parallel gewinnen Podcasts und Musik-Streaming weiter an Bedeutung, vor allem bei den 25- bis 34-Jährigen, bei denen Podcasts bereits häufiger genutzt werden als das klassische Radio. In puncto Information behält das Radio jedoch einen Vertrauensvorsprung: Mehr als die Hälfte der Befragten hält es für informativer als Podcasts.
Die Mediennutzung 2026 zeigt damit klar: Technologische Innovationen eröffnen neue Möglichkeiten für Inhalte und Interaktion, erhöhen aber zugleich die Anforderungen an Orientierung, Glaubwürdigkeit und strategische Markenführung.
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