Studie
Nutzer:innen reagieren sensibel auf Werbung in KI-Chatbots

Quelle: Aerps.com/Unsplash
Wie Nutzer:innen zu Werbung in KI‑Chatbots stehen, hängt stark von Vertrauen und wahrgenommener Antwortqualität ab. Das zeigt eine neue Befragung der Crossvertise GmbH aus München unter 102 Unternehmensvertreter:innen. Die Ergebnisse deuten auf ein Spannungsfeld zwischen Monetarisierungsinteressen und Akzeptanzgrenzen auf Nutzerseite hin.
Ein Großteil der Befragten nutzt KI‑Chatbots wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini regelmäßig. Werbung wird dabei grundsätzlich akzeptiert – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Während 58 Prozent Anzeigen in kostenlosen Modellen als eher oder sehr akzeptabel einstufen, lehnt die Mehrheit Werbung in kostenpflichtigen Varianten klar ab. In günstigen Paid‑Modellen halten 34 Prozent Werbung für gar nicht akzeptabel, weitere 36 Prozent für eher nicht akzeptabel. Werbung wird damit vor allem als Gegenleistung für kostenlose Nutzung toleriert, nicht als Zusatz in einem bezahlten Produkt.
Klare Kennzeichnung bevorzugt
Auch bei den Werbeformen zeigen sich deutliche Präferenzen. Am ehesten akzeptiert werden klar gekennzeichnete Anzeigen außerhalb der eigentlichen Antwort, die sich am Kontext orientieren. Deutlich kritischer bewerten die Befragten integrierte Produktempfehlungen oder Kaufoptionen innerhalb der Antwort. Ein Teil der Teilnehmenden lehnt Werbung in KI‑Chatbots grundsätzlich ab.
Zentral für die Bewertung ist das Vertrauen in die generierten Inhalte. Rund 60 Prozent gehen davon aus, dass Werbung ihr Vertrauen in die Antworten mindern würde. 64 Prozent erwarten zudem qualitative Einbußen. Beide Faktoren hängen eng zusammen: Wer Qualitätsverluste befürchtet, verliert auch Vertrauen – und zeigt geringere Bereitschaft, Werbung zu akzeptieren.
Trotz dieser Vorbehalte sehen Unternehmen die Technologie als potenziellen Werbekanal. 82 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass KI‑Chatbots künftig eine relevante Rolle in der Mediaplanung spielen. 51 Prozent würden Werbung dort definitiv oder wahrscheinlich schalten. Ein Drittel wäre bereit, bestehende Budgets umzuschichten, mehr als ein Viertel zusätzliche Testbudgets bereitzustellen.
Kostenlos versorgt Sie der markenartikel-Newsletter mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!
Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten:
Printausgabe
Partner-News
Marketing- und Medien-News aus der new-business-Redaktion










