Innovation
WIN-Initiative: 2,64 Milliarden Euro Wachstumskapital mobilisiert

Quelle: Jason Goodman/Unsplash
Die WIN-Initiative für Wachstums- und Innovationskapital ist erfolgreich gestartet. Das geht aus dem ersten Jahresreport hervor, den die KfW gemeinsam mit der Bundesregierung vorgelegt hat. Demnach wurden seit dem Start im September 2024 bis Ende des vergangenen Jahres Investitionen in Höhe von 2,64 Milliarden Euro zugesagt.
Die Initiative, im September 2024 gestartet und getragen vom Bundesfinanzministerium, dem Bundeswirtschaftsministerium, dem Bundeskanzleramt, der KfW sowie Unternehmen und Verbänden, zielt darauf ab, die Finanzierungsmöglichkeiten für junge und innovative Unternehmen zu verbessern. Bis 2030 sollen insgesamt zwölf Milliarden Euro mobilisiert werden.
Großteil geht an Scale-ups
Ein Großteil des bislang investierten Kapitals fließt in Unternehmen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen: Rund 67 Prozent der Mittel entfallen auf sogenannte Scale-ups. Start-ups erhalten zehn Prozent, während 18 Prozent als Seed Capital in sehr frühe Unternehmensphasen investiert werden. Regional liegt der Fokus klar auf Deutschland und Europa – 61 Prozent der Mittel werden in Deutschland eingesetzt, weitere 37 Prozent in Europa.
Bei den Finanzierungsinstrumenten dominieren klassische Venture-Capital-Fonds mit einem Anteil von 51 Prozent. Direktinvestitionen machen acht Prozent aus, Dachfonds sechs Prozent. Ergänzend spielt Fremdkapital, insbesondere Venture Debt, mit insgesamt 36 Prozent eine bedeutende Rolle.
In diesen Bereichen wird besodners viel investiert
Inhaltlich konzentrieren sich die Investitionen vor allem auf Zukunftsfelder wie Künstliche Intelligenz, Klimatechnologien sowie Sicherheits- und Verteidigungstechnologien. Ziel der Initiative ist es, die steuerlichen, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass mehr privates Kapital in diese Bereiche fließt.
Nach Angaben der Bundesregierung wurden bereits sechs von zehn geplanten Maßnahmen zur strukturellen Stärkung der Start-up-Landschaft umgesetzt. Zwei weitere befinden sich in der Umsetzung, zwei in der Prüfung.
Weiterentwicklung der Initiative geplant
Aufbauend auf den bisherigen Fortschritten wird derzeit an einer Weiterentwicklung der Initiative gearbeitet. Im Fokus steht dabei das Ziel, das mobilisierte Kapital künftig auf über 25 Milliarden Euro zu erhöhen und damit den Innovations- und Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche: "Wir brauchen in Deutschland mehr privates Wagniskapital, damit unsere Start- und Scale-ups ihre Ideen erfolgreich umsetzen können. Mit der WIN-Initiative haben wir bereits rund 2,6 Milliarden Euro für junge, innovative Unternehmen mobilisiert. Das ist ein starkes Signal für das deutsche Start-up-Ökosystem. Aber wir wollen und können noch mehr erreichen. Deshalb legen wir jetzt die nächste Generation von Programmen auf – für mehr Investitionen in Zukunftstechnologien und einen wettbewerbsfähigen Standort Deutschland."
Startup-Verband begrüßt Transparenz
Der Startup-Verband äußerte sich positiv zur Veröffentlichung der aktuellen Zahlen. Es zeige sich, dass das Ziel, bis 2030 insgesamt zwölf Milliarden Euro in Venture Capital zu investieren, bei Fortsetzung der Investitionstätigkeiten erreicht werden kann.
Dennoch istnder WIN-Jahresbericht 2025 laut Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes, "ein Weckruf für die Bundesregierung". Denn sie habe in dem Koalitionsvertrag angekündigt, die WIN-Investitionen bis 2030 auf 25 Milliarden Euro zu verdoppeln.
"Davon sind wir Stand heute meilenweit entfernt. Wir brauchen jetzt dringend höchste Priorität und mehr Einsatz bei der Mobilisierung von privatem Kapital institutioneller Investoren für die Anlageklasse Venture Capital. Ohne eine Verbesserung der Rahmenbedingungen im steuerlichen und regulatorischen Bereich wird die Bundesregierung ihre selbst gesetzten Ziele nicht erreichen. Sie muss jetzt liefern", fordert Pausder.
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