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Produkt- und Markenpiraterie

Zoll sichert Fakes im Wert von 446 Millionen Euro

Der Zoll hat 2024 gefälschte Waren im Wert knapp 446 Millionen Euro beschlagnahmt - Quelle: Zoll

Der Zoll hat 2025 gefälschte Waren im Wert von 445,8 Millionen Euro beschlagnahmt. 2024 lag der Wert bei 417 Millionen Euro, 2023 ibei 202 Millionen Euro und 2022 bei 435 Millionen Euro. Damit bleibt das Volumen trotz leicht rückläufiger Stückzahlen im Vergleich zum Vorjahr auf einem hohen Niveau und unterstreicht die anhaltende Dynamik im Bereich der Produktpiraterie. Die Fälle an Grenzbeschlagnahmen stieg auf 19.124 (2024: 16.857; 2023: 20.179; 2022: 17.189), die Anzahl beschlagnahmter Waren sank von fünf Millionen gefälschten Produkte auf nunmehr 4,64 Millionen (2023: 3,3 Mio.; 2022: 8,5 Mio; 2021: 18,8 Millionen). Hinzu kamen 1.180 Anträge auf Grenzbeschlagnahme, die von Rechteinhabern gestellt wurden. Die Zahl der Verfahren bleibt damit auf einem stabil hohen Niveau und zeigt die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Zollbehörden beim Schutz geistigen Eigentums.

64,6 Prozent der Waren stammten aus der Volksrepublik China, 11,3 Prozent aus der Türkei und 7,4 Prozent aus der Hongkong. Die Zolljahresstatistik 2024 finden Sie hier

E-Commerce als zentraler Treiber der Warenströme

Der Zoll verzeichnete auch 2025 einen starken Anstieg bei Post- und Kuriersendungen aus Drittstaaten. Insgesamt wurden rund 192 Millionen zusätzlicher Warenpostionen im Vergleich zum Vorjahr bearbeitet. Damit wächst der Onlinehandel aus Nicht-EU-Staaten weiterhin rasant und stellt die Zollverwaltung vor zunehmende Herausforderungen bei der risikoorientierten Kontrolle.

Die Masse kleinvolumiger Sendungen erschwert die Identifikation gefälschter Markenprodukte erheblich. Der Zoll reagiert darauf mit digitalisierten Abfertigungsprozessen sowie datenbasierten Risikoanalysen, um verdächtige Sendungen gezielter herauszufiltern.

"Die Zoll-Jahresbilanz ist ein Brennglas für die massiven Fehlentwicklungen im grenzüberschreitenden E‑Commerce: Milliarden von Warensendungen aus Drittstaaten erreichen jedes Jahr den europäischen und damit auch in großer Zahl den deutschen Markt", sagt DIHK-Bereichsleiter Dirk Binding zur Zollbilanz. "Wie der Bericht zeigt, entsprechen viele davon nicht den EU-Anforderungen oder verletzen Markenrechte. Dem stehen zu wenig Kapazitäten für Kontrollen entgegen. Faire Wettbewerbsbedingungen durchzusetzen, wird damit fast unmöglich. Das zeigt: Die geplante Reform der EU-Zollunion und die konsequente Digitalisierung der Zollabfertigung sind längst überfällig. Nur so können Wettbewerbsverzerrungen, Betrug und Rechtsverstöße wirksam bekämpft werden. Entscheidend sind dabei klare Zuständigkeiten zwischen europäischer und nationaler Ebene, praxistaugliche Verfahren und der Verzicht auf zusätzliche Bürokratie für rechtstreue Unternehmen."

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vg 12.05.2026