Acht Jahre nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bleibt Datenschutz ein wesentlicher Orientierungspunkt für Nutzer:innen digitaler Angebote in Deutschland. Das geht aus Befragungen des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V., Berlin, hervor. Demnach zählt Datenschutz für Verbraucher:innen weiterhin zu den drei wichtigsten Auswahlkriterien bei digitalen Services. 36 Prozent der Befragten nennen ihn als ausschlaggebenden Faktor – nach der Qualität des Angebots (42 Prozent) und dem Preis (47 Prozent).
Ambivalente Wahrnehmung zwischen Vertrauen und Bürokratie
Gleichzeitig zeigt sich ein widersprüchliches Bild in der gesellschaftlichen Wahrnehmung: Während Datenschutz als relevant gilt, wird er häufig mit Bürokratie verbunden. Laut einer weiteren Erhebung assoziieren 47 Prozent der Befragten den Begriff mit administrativem Aufwand, nur 17 Prozent mit Vertrauen.
Innovation, Chancen oder Fortschritt spielen in der öffentlichen Wahrnehmung bislang nur eine untergeordnete Rolle. Der BVDW sieht darin einen klaren Handlungsbedarf für eine Vereinfachung regulatorischer Rahmenbedingungen in Europa. Insbesondere mit Blick auf den sogenannten 'Digital Omnibus' warnt der Verband vor zusätzlicher Komplexität, neuen Anforderungen für datengetriebene Geschäftsmodelle und wachsender Rechtsunsicherheit. Ziel müsse es sein, einheitliche und praxistaugliche Regeln zu schaffen, die digitale Geschäftsmodelle nicht ausbremsen.
"Regulierung muss Vertrauen schaffen, Innovation ermöglichen und praktikabel sein", betont BVDW-Präsident Dirk Freytag.
Statt eines Flickenteppichs brauche es klar strukturierte und verständliche Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft.
Daten als Tauschwert gewinnt an Bedeutung
Parallel zeigt sich ein zunehmendes Bewusstsein für den Wert persönlicher Daten. 18 Prozent der Befragten sehen ihre Daten bereits als angemessene Gegenleistung für digitale Angebote. Zudem sind 75 Prozent grundsätzlich bereit, personenbezogene Daten zu teilen – vorausgesetzt, der Mehrwert ist erkennbar und die Nutzung wird transparent kommuniziert.
Nach Einschätzung des Verbands wird Datennutzung damit zu einem zentralen Faktor für die Weiterentwicklung digitaler Geschäftsmodelle. Entscheidend sei jedoch ein verantwortungsvoller und nachvollziehbarer Umgang mit personenbezogenen Daten. Dies sei Voraussetzung für Vertrauen, Akzeptanz und nachhaltige datenbasierte Wertschöpfung.