B2B Price Increase Study 2026
Industrie kann höhere Kosten nur teilweise über Preise kompensieren
Industrieunternehmen in der DACH-Region stehen angesichts steigender Kosten und begrenzter Preisdurchsetzung zunehmend unter Druck. Laut der B2B Price Increase Study 2026 der Strategieberatung Simon-Kucher erwarten die befragten Unternehmen im Durchschnitt Kostensteigerungen von elf Prozent, können jedoch lediglich rund sieben Prozent über Preisanpassungen an ihre Kunden weitergeben.
Die Untersuchung, für die 213 Führungskräfte aus Industrie- und B2B-Unternehmen befragt wurden, zeigt damit eine wachsende Lücke zwischen Kostenentwicklung und realisierter Preisweitergabe. Im Schnitt werden nur etwa zwei Drittel der geplanten Preiserhöhungen tatsächlich im Markt durchgesetzt. Rund 60 Prozent der Unternehmen berichten bereits von spürbaren negativen Auswirkungen auf ihr Geschäft.
Wettbewerbsdruck und interne Defizite bremsen Preisdurchsetzung
Als zentrale Hürde bei Preisanpassungen gilt weiterhin der intensive Wettbewerb. Viele Unternehmen verzichten aus Sorge vor Auftragsverlusten oder schwierigen Verhandlungen auf eine vollständige Weitergabe gestiegener Kosten. Hinzu kommen langfristige Vertragsbindungen, die kurzfristige Preisanpassungen erschweren.
Die Studie verweist zugleich auf strukturelle Schwächen im Pricing: Häufig scheitern Preiserhöhungen nicht am Markt, sondern an internen Prozessen. So definieren nur rund 30 Prozent der Unternehmen klare Ziel- oder Mindestpreise für Verhandlungen, und weniger als jedes fünfte Unternehmen plant mögliche Zugeständnisse systematisch im Voraus.
Starre Preisprozesse treffen auf volatile Märkte
Zwar plant ein Großteil der Unternehmen, Preisanpassungen innerhalb von drei Monaten umzusetzen, tatsächlich arbeiten viele Organisationen jedoch weiterhin mit klassischen, jährlichen Preisrunden. Diese Strukturen erweisen sich in einem Umfeld volatiler Kosten – etwa durch steigende Rohstoffpreise, höhere Logistikkosten und geopolitische Unsicherheiten – als zu träge.
Besonders stark betroffen sind laut Studie Branchen wie Verpackung, Baustoffe und Komponentenfertigung. In der Verpackungsindustrie etwa rechnen Unternehmen mit Kostensteigerungen von bis zu 17 Prozent.
Nachholbedarf bei Kommunikation und Steuerung
Neben operativen Defiziten identifiziert die Studie auch Schwächen in der Preiskommunikation. Unternehmen begründen Preiserhöhungen häufig primär mit gestiegenen Kosten. Diese Argumentation gilt jedoch als anfällig, da sie bei sinkenden Kosten schnell zu Preisdruck führen kann.
Verbesserungspotenzial sehen die Befragten insbesondere in einer differenzierteren Preisgestaltung, einer konsequenteren Nachverfolgung realisierter Preisanpassungen sowie in einer stärkeren Vorbereitung von Preisverhandlungen.
Methodik
Für die B2B Price Increase Study 2026 wurden im April 2026 insgesamt 213 Führungskräfte aus Industrieunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Die Teilnehmer stammen überwiegend aus Geschäftsführung, Vertrieb und Pricing-Funktionen verschiedener Branchen, darunter Maschinenbau, Baustoffe, Verpackung, Elektronik und Komponentenfertigung.
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