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Lücke zwischen Einführung und Verankerung

KI-Einsatz wächst, aber organisatorische Transformation bleibt vielfach aus

Quelle: Jakub Jirsak/Fotolia

Künstliche Intelligenz (KI) ist in vielen Unternehmen bereits fester Bestandteil der täglichen Arbeit. Die organisatorische Transformation hält jedoch häufig nicht mit dem technologischen Fortschritt Schritt. Zu diesem Ergebnis kommt der 2026 Global Enterprise AI Report von Publicis Sapient, für den weltweit 1.550 KI-Verantwortliche befragt wurden.

Demnach setzen 73 Prozent der Unternehmen KI regelmäßig oder in den meisten Geschäftsprozessen ein. Allerdings sehen lediglich zehn Prozent die Technologie als zentralen Bestandteil ihrer Arbeitsweise.

Strukturen bremsen die Potenziale

Fast die Hälfte der Befragten (47%) ist der Ansicht, dass KI bereits in der Lage ist, die heutigen geschäftlichen Anforderungen zu erfüllen. Gleichzeitig geben 42 Prozent an, dass ihre Organisationen strukturell nicht darauf ausgerichtet seien, das Potenzial der Technologie vollständig auszuschöpfen.

Für 22 Prozent der Entscheider stellt die bestehende Organisation sogar das größte Hindernis für den erfolgreichen Einsatz von KI dar. Nur 38 Prozent berichten von grundlegenden Veränderungen der Arbeitsweise durch die Technologie.

Fortschritte bleiben häufig auf einzelne Bereiche beschränkt

Nach den Ergebnissen der Studie findet die KI-Nutzung vielfach in einzelnen Teams oder Prozessen statt, ohne dass daraus eine umfassende Transformation des Unternehmens entsteht. Die Autoren sehen deshalb weniger die technologische Implementierung als vielmehr die Modernisierung von Abläufen, Betriebsmodellen und Systemlandschaften als entscheidenden Erfolgsfaktor.

Deutschland: KI im Arbeitsalltag angekommen

In Deutschland wird KI vergleichsweise häufig als unterstützender 'Kollege' genutzt. 35 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, dass Teams die Technologie zur Unterstützung und Bearbeitung von Aufgaben einsetzen.

Eine vollständige Integration über alle Unternehmensbereiche hinweg bleibt jedoch die Ausnahme. Lediglich zehn Prozent der deutschen Unternehmen sehen KI bereits unternehmensweit verankert.

Hohe Erwartungen treffen auf begrenzte Bereitschaft

Über alle untersuchten Märkte hinweg zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Erwartungen an die weitere Entwicklung von KI und dem aktuellen Reifegrad der Organisationen. Viele Unternehmen rechnen innerhalb der kommenden zwei Jahre mit erheblichen Fortschritten bei der Skalierung von KI-Anwendungen, sehen sich aber noch nicht ausreichend darauf vorbereitet.

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vg 22.06.2026