Energie, Gesundheit und Infrastruktur
WEF identifiziert zehn Schlüsseltechnologien mit Relevanz für neue Märkte
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat gemeinsam mit dem Wissenschaftsverlag Frontiers seinen Bericht Top 10 der aufstrebenden Technologien 2026 vorgelegt. Die ausgewählten Entwicklungen könnten nach Einschätzung der Autoren innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre in die breite Anwendung gelangen und weitreichende Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben.
Im Mittelpunkt stehen Technologien aus den Bereichen Energie, Gesundheitsversorgung, Werkstoffe und digitale Infrastruktur. Viele der Entwicklungen zielen darauf ab, Ressourcen effizienter zu nutzen, Produktionsprozesse zu dezentralisieren und neue Wertschöpfungsmodelle zu ermöglichen.
Neue Wertschöpfungssysteme entstehen
Zu den Technologien mit besonderem wirtschaftlichem Potenzial zählt das sogenannte Everything-to-Grid“Prinzip. Dabei können Gebäude, Fahrzeuge oder Rechenzentren nicht nur Energie verbrauchen, sondern auch als Speicher und Erzeuger fungieren und Strom in das Netz zurückspeisen.
Auch Verfahren zur direkten Lithiumgewinnung oder die Präzisionsfermentation gelten als potenzielle Treiber neuer Wertschöpfungsketten. Sie könnten den Zugang zu kritischen Rohstoffen erleichtern beziehungsweise ressourcenschonendere Produktionsverfahren für Lebensmittel, Chemikalien oder Arzneimittel ermöglichen.
Nach Einschätzung des Weltwirtschaftsforums deutet sich damit eine Entwicklung hin zu stärker dezentralen und flexiblen Produktionssystemen an.
Personalisierung prägt die Medizin der Zukunft
Mehrere der identifizierten Technologien betreffen den Gesundheitssektor. Dazu gehören exosomenbasierte Verfahren zur gezielten Wirkstoffabgabe, personalisierte mRNA-Krebsimpfstoffe sowie Quantensimulationen für die Wirkstoffentwicklung.
Gemeinsam ist diesen Ansätzen der Trend zu individualisierten Therapien. Fortschritte bei Datenverarbeitung und Modellierung könnten künftig Behandlungen ermöglichen, die stärker auf einzelne Patienten zugeschnitten sind.
Nachhaltigkeit und Sicherheit rücken in den Vordergrund
Daneben hebt der Bericht Technologien hervor, die auf Umwelt- und Infrastrukturprobleme abzielen. Neue Verfahren zum Abbau langlebiger PFAS-Chemikalien sowie Materialien zur passiven Strahlungskühlung sollen dazu beitragen, Energieverbrauch und Umweltbelastungen zu reduzieren.
Mit der sogenannten gitterbasierten Kryptografie rückt zudem die Absicherung digitaler Infrastrukturen gegen künftige Quantencomputer in den Fokus.
Technologie allein entscheidet nicht über den Erfolg
Nach Einschätzung des Weltwirtschaftsforums hängt die Verbreitung der neuen Technologien jedoch nicht allein von wissenschaftlichen Fortschritten ab. Faktoren wie Regulierung, Produktionskapazitäten, Investitionen und die Akzeptanz in der Bevölkerung werden maßgeblich darüber entscheiden, ob sich die Innovationen bis 2031 im Markt etablieren.
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