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Digitalisierung

Digitale Kluft: Jeder Dritte zögert bei Online-Services, Vertrauen wird entscheidender Faktor

Quelle: Markus Spiske/Unsplash

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland bewertet ihre eigenen Digitalkompetenzen lediglich mit der Schulnote 2,6. Gleichzeitig geben 54 Prozent an, dass sich digitale Technologien schneller entwickeln, als sie sich die dafür notwendigen Fähigkeiten aneignen können. Das geht aus einer repräsentativen Befragung hervor, die die Initiative 'Digital für alle' mit Sitz in Berlin anlässlich des Digitaltags 2026 vorgestellt hat.

Digitalisierung wird positiv bewertet

Grundsätzlich steht die Bevölkerung digitalen Technologien offen gegenüber. 83 Prozent sehen in der Digitalisierung eine Chance für die Gesellschaft. Acht von zehn Befragten geben an, dass digitale Anwendungen ihren Alltag erleichtern, und 78 Prozent können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen.

Gleichzeitig bleibt die digitale Teilhabe ungleich verteilt. Besonders deutlich zeigen sich Unterschiede zwischen den Generationen. Während sich die 16- bis 29-Jährigen bei ihren Digitalkompetenzen durchschnittlich die Note 2,1 geben, bewerten Menschen über 75 Jahre ihre Fähigkeiten lediglich mit 3,6.

Vertrauensbarrieren bei digitalen Angeboten

Für Marken relevant ist insbesondere ein weiterer Befund der Studie: 36 Prozent der Befragten haben Hemmungen, digitale Angebote von Banken, Online-Shops oder Behörden zu nutzen. Zudem sehen 60 Prozent die Gesellschaft weiterhin als digital gespalten.

Damit wird digitale Kompetenz zunehmend zu einem Faktor für die Reichweite und Nutzbarkeit digitaler Markenangebote. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, digitale Services nicht nur technologisch weiterzuentwickeln, sondern auch möglichst intuitiv und verständlich zu gestalten.

Digitale Sicherheit wird zum Vertrauensfaktor

Zwar geben 75 Prozent der Befragten an, einschätzen zu können, welche persönlichen Daten sie im Internet preisgeben sollten. Bei konkreteren Sicherheitsfragen sinken die Werte jedoch deutlich. Nur etwas mehr als die Hälfte weiß beispielsweise, wie sich Zugriffsrechte von Apps einschränken lassen oder wie die eigene digitale Identität geschützt werden kann.

Für Marken gewinnt damit transparente Kommunikation rund um Datenschutz, Datennutzung und Sicherheit weiter an Bedeutung. Vertrauen in digitale Angebote entsteht nicht allein durch technische Lösungen, sondern auch durch nachvollziehbare Nutzerführung und verständliche Informationen.

KI wird zunehmend als Lernhilfe genutzt

Beim Erwerb digitaler Kompetenzen setzen viele Menschen auf Eigeninitiative. Drei Viertel eignen sich neue Fähigkeiten durch Ausprobieren an. 71 Prozent greifen auf Unterstützung durch Freund oder Familienmitglieder zurück.

Bemerkenswert ist die wachsende Rolle Künstlicher Intelligenz: Bereits 45 Prozent der Befragten haben Anwendungen wie ChatGPT genutzt, um digitale Kenntnisse zu erwerben. Damit etabliert sich generative KI zunehmend als Instrument zur Wissensvermittlung und Unterstützung im digitalen Alltag.

Grundlage der Ergebnisse ist eine repräsentative Telefonbefragung von 1.005 Personen ab 16 Jahren in Deutschland. Die Erhebung wurde von Bitkom Research im Auftrag der Berliner Initiative 'Digital für alle' durchgeführt. 

 

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vg 25.06.2026