Gründungslandschaft
Start-up-Gründungen erreichen Rekordniveau im ersten Halbjahr 2026
Die Zahl der Start-up-Neugründungen in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 einen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Startup-Verbands, Berlin, und des Datenanbieters Startupdetector wurden zwischen Januar und Juni 3.053 Start-ups gegründet. Das entspricht einem Plus von 52 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Damit wurden innerhalb von sechs Monaten mehr Start-ups registriert als im gesamten Jahr 2024.
Juni als stärkster Gründungsmonat
Besonders dynamisch entwickelte sich der Juni: Mit mehr als 600 Neugründungen war er der gründungsstärkste Monat seit Beginn der Erhebung im Jahr 2019. Insgesamt liegt die aktuelle Gründungsaktivität nach den Daten der Studie etwa doppelt so hoch wie im langjährigen Durchschnitt. Als Einflussfaktoren nennen die Autoren neben den Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz auch die konjunkturelle Entwicklung und einen angespannten Arbeitsmarkt, der für Fachkräfte die Selbstständigkeit attraktiver machen könne.
Die Zahl der Neugründungen stieg in allen 16 Bundesländern. Die größten absoluten Zuwächse verzeichneten Bayern mit 626 neuen Startups, Nordrhein-Westfalen mit 539 und Baden-Württemberg mit 377 Gründungen.
Besonders stark fiel das Wachstum in Hamburg aus. Dort nahm die Zahl der Start-up-Gründungen um 83 Prozent auf 212 Unternehmen zu. Erstmals seit mehreren Jahren wurden damit in Hamburg mehr Startups gegründet als in München. Berlin bleibt mit 429 Neugründungen der größte Start-up-Standort Deutschlands, das Wachstum fiel dort jedoch geringer aus als in vielen anderen Regionen.
KI prägt die Gründungslandschaft
Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend zum bestimmenden Technologiefeld. Von den neu gegründeten Start-ups weisen 1.038 einen klaren KI-Bezug auf. Damit entfällt mehr als ein Drittel aller Neugründungen auf dieses Segment.
Der Softwarebereich bleibt mit 844 Gründungen die stärkste Branche. Zugleich legten auch andere Bereiche zu, darunter Medizintechnik und Health mit 274 sowie der Lebensmittelsektor mit 181 Neugründungen. Im Industriesektor wurden 128 neue Startups registriert – ein Anstieg um 125 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025.
Mehr Unicorns, aber Herausforderungen bei der Finanzierung
Seit Jahresbeginn sind sechs weitere deutsche Start-ups zu sogenannten Unicorns mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar aufgestiegen. Damit zählt Deutschland derzeit 36 Unternehmen dieser Kategorie. Gleichzeitig verweist der Startup-Verband auf anhaltende Herausforderungen bei der Wachstumsfinanzierung. Zuletzt wurden mit Tubulis und Contentful zwei deutsche Unicorns von US-Unternehmen übernommen.
Grundlage der Auswertung sind Handelsregisterdaten, die Startupdetector seit 2019 erfasst und im halbjährlich erscheinenden Report Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland gemeinsam mit dem Startup-Verband auswertet.
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