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Europäische Kommission

Digitaler Produktpass nimmt Form an: EU startet zentrales Register für Unternehmen

Quelle: Alexandre Lallemand/Unsplash

Die Europäische Kommission hat das zentrale Register für den Digitalen Produktpass (DPP) gestartet. Mit dem neuen Register beginnt die praktische Umsetzung eines zentralen Bausteins der Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR). Für Markenhersteller und andere Unternehmen, die Produkte in der EU in Verkehr bringen, schafft das Register die technische Grundlage, um künftig digitale Produktpässe zu registrieren und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Mehr Transparenz entlang der Lieferkette

Der Digitale Produktpass soll künftig produktbezogene Informationen wie Herkunft, Materialzusammensetzung, Reparatur- und Wiederverwendungsmöglichkeiten, Gebrauchshinweise sowie Angaben zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben bündeln. Die Informationen können beispielsweise über einen QR-Code abgerufen werden und sollen sowohl Konsument:innen als auch Unternehmen mehr Transparenz entlang der Lieferkette ermöglichen.

Die Produktdaten selbst bleiben dezentral gespeichert. Im neuen Register werden eindeutige Produktkennungen und zugehörige Metadaten hinterlegt. Unternehmen können die Registrierung entweder über eine gesicherte Benutzeroberfläche oder per API in bestehende IT-Systeme integrieren.

Einführung startet mit Batterien

Derzeit befindet sich das Register in einer Testphase. Die erste verbindliche Umsetzungsfrist endet am 18. Februar 2027. Ab diesem Zeitpunkt wird der Digitale Produktpass zunächst für bestimmte Kategorien großer Batterien verpflichtend. Perspektivisch soll das System auf weitere Produktgruppen ausgeweitet werden, darunter Textilien, Möbel, Reifen, Stahl- und Aluminiumprodukte, Informations- und Kommunikationstechnik sowie energieverbrauchsrelevante Produkte. Auch Spielzeug, Bauprodukte und Waschmittel sollen künftig unter entsprechende Regelungen fallen.

Standards und Hilfestellungen für Unternehmen

Parallel zum Register wurden sechs harmonisierte technische Standards veröffentlicht. Sie regeln unter anderem eindeutige Produktkennungen, Datenmodelle, Schnittstellen (APIs), Datenaustausch und Datenspeicherung und sollen die Interoperabilität zwischen Unternehmen und Systemen sicherstellen.

Zur Vorbereitung auf die Einführung stellt die Europäische Kommission Unternehmen eine Testumgebung, technische Dokumentationen, Umsetzungsleitfäden, Webinare sowie einen Helpdesk zur Verfügung.

Relevanz für Markenhersteller

Für Markenunternehmen gewinnt der Digitale Produktpass über die reine Erfüllung regulatorischer Anforderungen hinaus an Bedeutung. Durch standardisierte und digital verfügbare Produktinformationen können Hersteller Transparenz gegenüber Konsument:innen erhöhen, Nachhaltigkeitsinformationen nachvollziehbar dokumentieren und Produktdaten entlang der gesamten Wertschöpfungskette effizienter austauschen.

Die Europäische Kommission mit Sitz in Brüssel sieht den Digitalen Produktpass als einen zentralen Baustein für die Kreislaufwirtschaft und einen transparenteren europäischen Binnenmarkt.

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vg 23.07.2026