Insolvenzverfahren
Varta AG beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

Quelle: ch lunke/Adobe Stock
Die Varta AG mit Sitz in Ellwangen hat beim Amtsgericht Stuttgart die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Auslöser sei eine strukturelle Finanzierungslücke auf Ebene der Konzernmuttergesellschaft, die sich insbesondere mit Blick auf die weitere Unternehmensentwicklung ab 2027 ergeben habe, teilte das Unternehmen mit.
Als Gründe nennt Varta unter anderem verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungskurseffekte sowie die Entscheidung eines wichtigen Kunden, die Zusammenarbeit zu beenden. Zudem hätten komplexe Konzernstrukturen und interne Verflechtungen die Umsetzung notwendiger Restrukturierungsmaßnahmen erschwert.
Das Amtsgericht Stuttgart bestellte den Stuttgarter Rechtsanwalt Tobias Wahl von der auf Insolvenz- und Restrukturierungsrecht spezialisierten Kanzlei Anchor zum vorläufigen Sachwalter.
Geschäftsbetrieb soll fortgeführt werden
Das Unternehmen betont, dass der operative Geschäftsbetrieb während des Verfahrens weitergeführt werden soll. Ziel sei es, die wirtschaftliche Zukunft der VARTA AG zu sichern und eine nachhaltige Fortführung zu ermöglichen. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden sollen auch nach Antragstellung weitergezahlt werden.
"Die Varta AG hatte in den vergangenen Quartalen mit großen Herausforderungen zu kämpfen", erklärte Vorstandsvorsitzender Michael Ostermann. Nun arbeite das Unternehmen daran, "so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten" und Perspektiven für Mitarbeitende, Kund:innen, Lieferant:innen und weitere Stakeholder zu schaffen.
Consumer-Batteriesparte nicht betroffen
Von der Antragstellung ausgenommen ist der Geschäftsbereich Varta Consumer Batteries. Die dazugehörigen Gesellschaften seien rechtlich und operativ separiert sowie finanziell eigenständig aufgestellt, teilte das Unternehmen mit.
Betroffen sind hingegen neben der Konzernmutter Varta AG auch die operativen Einheiten Varta Microbattery GmbH, Ellwangen, Varta Micro Production GmbH, Nördlingen, sowie Varta Storage GmbH. Für die VartaMicrobattery GmbH wurde ebenfalls ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet.
Herausforderung für eine etablierte Marke
Für Varta bedeutet das Verfahren einen weiteren Einschnitt in der Geschichte einer traditionsreichen deutschen Batteriemarke. Das Unternehmen steht seit Jahrzehnten für Batterietechnologie 'Made in Germany' und ist insbesondere im Consumer-Bereich bei vielen Konsument:innen etabliert.
Mit der Eigenverwaltung soll nun eine Sanierung ermöglicht werden. Der weitere Verlauf wird zeigen, ob es gelingt, die technologischen Kompetenzen und Markenstärke des Unternehmens langfristig zu sichern.
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